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Eröffnung Ostasien-Forum

26. April 2007 - Tags: , , , &

Unser lange angekündigtes Ostasien-Forum ist seit heute online und steht Euch für Fragen und Tipps zu China, Korea & Japan offen. Wenn Ihr schon mal im östlichen Teil Asiens unterwegs gewesen seid, dann lasst uns an Eurem Wissen teilhaben. Diejenigen, die gerade ihre Reisevorbereitungen ausarbeiten, werden es Euch danken!

Nachfolgend findet Ihr die einzelnen Foren, die begierig auf Eure Beiträge warten:

China - Restaurants — Hilfe! Chopsticks! & Sonstiges
China - Unterkünfte — Backpacker´s Paradise oder *****-Hotel?
China - Transport — Von A nach B mit Taxi, Bus, Bahn, etc.
China - Uni & Praktika — Tipps zu Studium & Praktika

Korea - Restaurants — Kimqi! Scharf aber sehr lecker & Sonstiges
Korea - Unterkünfte — Backpacker´s Paradise oder *****-Hotel?
Korea - Transport — Von A nach B mit Taxi, Bus, Bahn, etc.
Korea - Uni & Praktikum — Fragen & Tipps zu Studium & Praktika

Japan - Restaurants — Sushi! Yummy! & Sonstiges
Japan - Unterkünfte — Backpacker´s Paradise oder *****-Hotel?
Japan - Transport — Von A nach B mit Taxi, Bus, Bahn, etc.
Japan - Uni & Praktika — Tipps zu Studium & Praktika

Go haoooa!
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haoooa! Buche Deinen Flug & schau Dir die weite Welt an

7. April 2007 - Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , &

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Landkarte

18. Januar 2007 - Tags: , , , , , &

Auf dieser Karte seht Ihr zukünftig kleine rote Marker, die die Orte in China, Korea und Japan markieren, über die wir Berichte und Beiträge geschrieben haben. Einfach anklicken und Ihr werdet zum jeweiligen Beitrag geleitet. Zoom into the map and discover East Asia!


(Leider funktioniert die Anzeige der Karte derzeit nicht mit dem Browser IE.)





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Seoul

4. Januar 2007 - Tags: , &

Seoul ist die Hauptstadt Südkoreas. Vom 29. November 1394 bis zur Teilung des Landes 1948 war sie die Hauptstadt ganz Koreas. Auch die Verfassung Nordkoreas sah Seoul als Hauptstadt vor, eine Verfassungsänderung erhob jedoch im Dezember 1972 Pjöngjang zur Hauptstadt der KDVR, deren Führung dort nach dem zweiten Weltkrieg einen provisorischen Regierungssitz eingerichtet hatte.

Die eigentliche Stadt Seoul hat 10.349.312 Einwohner; in der Metropolregion Seoul, zu der unter anderem die Millionenstädte Incheon, Suwon, Goyang und Seongnam zählen, leben 21.738.345 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Damit konzentrieren sich rund 43 Prozent aller Südkoreaner in Seoul oder dessen Satellitenstädten. Die Seouler Metropolregion gilt als weltweit drittgrößte nach Tokio und Mexiko-Stadt. Die Abstände zu Mexiko-Stadt und zu den nachfolgenden Regionen New York und São Paulo sind aber nur gering, außerdem sollten Probleme wie die mangelnde Vergleichbarkeit bei der Abgrenzung der Agglomerationen und unterschiedlich genaue und aktuelle Basisdaten beachtet werden.

Seoul ist nicht nur größte Stadt, sondern auch Handels-, Industrie- und Kulturzentrum Koreas. Die Stadt war 1988 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele und 2002 eine der Austragungsstätten der Fußballweltmeisterschaft.

Seoul, Incheon und Gyeonggi-do werden manchmal zum Großraum Sudogwon zusammengefasst.


U-Bahn-Plan von Seoul

U-Bahn-Plan von Seoul






Geografie

Geografische Lage

Die Stadt liegt im nordwestlichen Teil des Landes in Grenznähe zu Nordkorea durchschnittlich 87 Meter über dem Meeresspiegel am Unterlauf des Flusses Han-gang („Han-Fluss“), dessen Oberläufe Bukhangang („Nord-Han-Fluss“) und Namhangang („Süd-Han-Fluss“) östlich der Stadt bei Yangsuri zusammenfließen. Die Stadtmitte wird von zahlreichen Bergen umgeben. Auch aus der Stadtmitte selbst erhebt sich der Namsan („Südberg“) mit Fernsehturm und Seilbahn. Der Berg Bukhansan („Berg nördlich des Han[gang]“) befindet sich im Norden der Stadt, die Bergfestung Namhansanseong im Südosten. In den umliegenden Tälern liegen viele kleine Dörfer und alte buddhistische Klöster. Südlich Seouls befindet sich der Berg Gwanaksan als wichtiges Naherholungsgebiet.

56 Kilometer nördlich von Seoul liegt auf dem 38. Breitengrad, der bis zum Koreakrieg die innerkoreanische Grenze bildete, der Ort Panmunjeom. Dort wurde am 27. Juli 1953 das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea unterzeichnet.

Im Stadtgebiet Seouls umfließt der Hangang ein paar Inseln, deren wichtigste Yeouido ist. Ein Arm des Flusses wurde zur Landgewinnung trockengelegt. Der historische Kern Seouls liegt in geomantisch günstiger Lage etwas nördlich des Flusses, der hier leicht w-förmig und nach seinem Austritt aus dem Stadtgebiet in nordwestlicher Richtung nach der Insel Ganghwado und dem Gelben Meer weiterfließt, während nach Südwesten Seoul nahtlos in seine Hafenstadt Incheon übergeht.

Die geografischen Koordinaten Seouls sind: 37° 35′ N 127° 0′ O. Damit liegt es etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Athen (37° 54′ N) und Lissabon (38° 43′ N).

Klima

Seoul befindet sich in der gemäßigten Zone, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 12,2°C. Das Klima ist von starken Gegensätzen geprägt, so beträgt die Jahreshöchsttemperatur im Durchschnitt 38,4°C im Sommer, die niedrigste Temperatur im Winter ist -19,2°C.

Die Sommer sind während der Monsun-Zeit (in Korea Jangma genannt) von Juni bis September, sehr warm und feucht, insbesondere im Juli. Die Tageshöchsttemperaturen liegen oft jenseits von 30°C, im heißesten Monat August beträgt die Temperatur im Durchschnitt 25,4°C. 70 % des jährlichen Niederschlags, der durchschnittlich 1.344,2 Millimeter beträgt, fallen während der Monsun-Zeit, 369 Millimeter davon allein im regenreichsten Monat Juli.

Die Winter sind stark von kalten Winden aus Sibirien beeinflusst und daher sehr kalt, aber trocken. Üblicherweise wechseln sich durch eine bestimmte Hochdruckkonstellation drei sehr kalte Tage und vier wärmere Tage ab. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer Durchschnittstemperatur von -3,4°C, in dem mit durchschnittlich 23 Millimetern auch am wenigsten Regen fällt.

Die besten Reisezeiten sind der Frühling von Ende März bis Mai, wenn Seoul mit einer wunderbaren Kirschblüte lockt, und der Herbst im September und Oktober.

Geschichte

Ursprung

Tonwaren aus der Jungsteinzeit zeigen, dass das Gebiet um Seoul seit mindestens 3.000 Jahren bewohnt ist. Frühzeitliche Überreste sind vor allem aus Gangdong- und Songpa-gu bekannt.

Die Geschichte von Seoul als Hauptstadt kann bis 18 v. Chr. zurückverfolgt werden. In diesem Jahr baute das neu gegründete Königreich Baekje in diesem Gebiet seine Hauptstadt Hanyang, gelegen direkt am Han-gang. Aus dieser Zeit gibt es noch immer Überreste der Stadtmauer. 475 wurde die Hauptstadt nach Gongju verlegt und das Königreich Goguryeo übernahm die Kontrolle über das Gebiet. Weniger als hundert Jahre später erkämpfte sich das Silla-Reich die Kontrolle über das Gebiet. Während der Sillazeit war Seoul vermutlich nur ein kleines Dorf namens Hansanju.

Regierung der Goryeo-Dynastie

Im späteren Teil der Goryeo-Dynastie wuchs die Bedeutung von Seoul. Man glaubte damals, dass das Reich, welches den Han-gang kontrollierte, die Vorherrschaft über die ganze koreanische Halbinsel gewinnen könnte, da der Fluss schon damals eine zentrale Verkehrsader war. Aus diesem Grunde machte das Goryeo-Reich die Stadt zur „südliche Hauptstadt“ (Namgyeong), sowie zum Verwaltungssitz für die umliegenden Gebiete. Zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert wurden verschiedene Palastbauten in Seoul errichtet, von denen der wichtigste der heute noch erhaltene Changgyeonggung-Palast ist. Er diente wahrscheinlich als Sommerpalast. Die eigentliche Hauptstadt war aber, abgesehen von sehr kurzen Abschnitten, das ungefähr 60 km weiter nordwestlich liegende heutige Kaesong.

Herrschaft der Joseon-Dynastie

Yi Song-gye beendete 1392 die Herrschaft Goryeos, gründete die Joseon-Dynastie und beschloss, die Hauptstadt umzuverlegen. Einer Gründungsgeschichte nach begann er mit dem Bau am Fuße des Gyeryongsan, doch Geomanten fanden heraus, dass dieser Ort für die Hauptstadt einer zukünftigen Dynastie bestimmt sei. Daher wurde am 29. November 1394 Hanyang zur Hauptstadt Koreas ernannt und mit dem Bau eines neuen Palastes, des Gyeongbokgung, Tempeln und Stadtmauern begonnen. Die Mauer war 18 km lang und verband die vier Berge Bugaksan, Inwangsan, Namsan und Naksan, die die Stadt umgeben. Dort steht sie teilweise noch heute. Auch die wichtigsten Stadttore sind erhalten geblieben. Zwei der Tore, Sungnyemun (häufig Namdaemun genannt) und Dongdaemun, sind weitläufig bekannt. Die Tore wurden täglich geöffnet und geschlossen. Eine laute Glocke wurde geläutet um dies zu signalisieren.

Weitere Palastbauten folgten. Von 1405 bis 1412 wurde der Changdeokgung-Palast errichtet, 1616 der Gyeonghuigung. Der Name der Stadt wurde später in Hanseong geändert. Obwohl die Stadt durch ihre Lage gut zu verteidigen war und durch starke Mauern geschützt war, wurde sie im Imjin-Krieg 1592 von den Japanern erobert, 1635 wurde sie von den Mandschuren eingenommen. Erst unter der Herrschaft König Yeongjos (1724–1776) blühte die Stadt wieder auf, da sie ihre gute Position am Han-gang ausspielen konnte. Sie wuchs zu dem wichtigsten Handelszentrum heran.

1872 zog der König zurück in den Gyeongbokgung. Dieser Palast war nach der Zerstörung im Imjin-Krieg lange verfallen und war erst 1865 wiederaufgebaut worden. In der Zwischenzeit hatte der ursprünglich nicht dafür gedachte Changdeokgung als Regierungssitz fungiert.

Einführung des Christentums in Seoul

Im Jahre 1784 errichteten Yi Pyeok, Kweon Il-shin und Yi Seung-hun eine erste Kirche in Seoul, in der Absicht eine katholische Glaubensgemeinschaft zu gründen. Aber der Versuch, den Katholizismus zu verbreiten, war von Anfang an mit großen Schwierigkeiten verbunden. Der Grund war, dass die Regierung eine Politik der Unterdrückung des Katholizismus und damit seines Verbots betrieb. Das Land sollte konfuzianistisch bleiben. Als König Sunjo seinem Vorgänger Jeongjo auf den Thron folgte setzte bald eine massive Verfolgung des Katholizismus ein. In den Jahren 1801, 1839 und 1846 kam zu Christenverfolgungen in Seoul, die in Wellen das ganze Land erfassten. Katholische Gläubige waren überall großen Gefahren ausgesetzt. Trotzdem wuchs die Zahl der zum katholischen Glauben konvertierten Koreaner. Die Menschen waren damals auf der Suche nach einer neuen Religion, um ihren Seelenfrieden zu finden. Dieser Friede fehlte in einer von Gegensätzen zwischen den politischen Kräften jener Zeit zerrissenen Gesellschaft.

Japanische Kolonialzeit

Auf Druck Japans öffnete sich Korea am 24. Februar 1876 gegenüber dem Ausland. In der Folgezeit wurden Botschaften Japans und westlicher Staaten eröffnet, auch ein deutsch-koreanisches Freundschafts- und Handelsabkommen wurde im Juni 1882 beschlossen. Ausländische Firmen siedelten sich in Seoul an und der Handel blühte weiter auf. 1888 wurden Telegraphenleitungen nach Incheon, Uiju und Busan eröffnet, 1899 mit der Gyeongin-Strecke ins nahe Incheon die erste Eisenbahnverbindung Seouls. Im selben Jahr nahm eine elektrische Straßenbahn den Betrieb auf. Am 1. Januar 1905 wurde die wichtige Gyeongbu-Strecke nach Busan eröffnet. Die Einwohnerzahl, die über zwei Jahrhunderte bei 200.000 gelegen hatte, begann stetig zu wachsen, 1936 lag sie bei 730.000, 1949 bei 1.418.000 Einwohnern.

1910 wurde Korea von Japan annektiert und Hanseong wurde zur Kolonialhauptstadt. Der amtliche Name der Stadt lautete während dieser Periode Gyeongseong, auf Japanisch Kejo, Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur (Gyeongseong-bu bzw. Kejo-fu). Die Japaner bauten Seoul zum Zentrum des besetzen Landes aus, vergrößerten das Stadtgebiet stark und sorgten mit großangelegten Strukturmaßnahmen für ein weiteres Aufblühen der Industrie und anderer Wirtschaftszweige. Die Stadtmauern wurden weitgehend abgerissen, und der Baustil der Gebäude wurde moderner. Gegenüber der Bevölkerung wurde aber insbesondere während des Zweiten Weltkriegs wie in anderen japanisch besetzten Ländern eine repressive Kolonialpolitik betrieben: Die koreanische Kultur wurde unterdrückt, Männer wurden in die japanische Armee genötigt oder zwangsrekrutiert und Frauen – oft unter Vorspiegelung falscher Tatsachen – ins Kriegsgebiet verschleppt und dort als sogenannte Trostfrauen in Kriegsbordellen teilweise jahrelang vergewaltigt. Koreanische Bauern mussten ihr Land aufgeben und Koreaner wurden gezwungen, japanische Namen anzunehmen. In Schulen wurde in japanischer Sprache unterrichtet.

Nach der Kapitulation Japans am 15. August 1945 ging die japanische in die amerikanische Besatzungszeit über, und Seoul wurde Sitz der U.S.-Militärregierung. Genau ein Jahr nach der Befreiung wurde die Stadt zu Seoul umbenannt. Damit trug sie nun zum ersten mal auch offiziell diesen Namen. Mit der Gründung der Republik Korea (Südkorea) am 15. August 1948 wurde Seoul zu deren Hauptstadt. Nachdem sie unter japanischer Herrschaft mit der sie umgebenden Provinz Gyeonggi-do zusammengelegt worden war, wurde sie nun administrativ wieder aus dieser herausgelöst und bekam den Status einer besondern Stadt, der dem einer Provinz entspricht.

Koreakrieg

Am 25. Juni 1950 überschritten die Nordkoreaner die Demarkationslinie und eroberten bereits drei Tage später Seoul. Die Südkoreaner wurden bis auf einen schmalen Streifen um Busan zurückgedrängt, erst durch die Landung bei Incheon (im 28 km westlich von Seoul) von UN-Truppen, davon ca. 90 % US-Truppen, wurden die Nordkoreaner empfindlich getroffen. Diese verschanzten sich in Seoul und mussten im Häuserkampf verlustreich aus der Stadt vertrieben werden. Nach dreitägigem Kampf erklärte der Befehlshaber der US-Truppen Seoul am 25. September, drei Monate nach Ausbruch des Krieges, als befreit, auch wenn in den nördlichen Vororten noch Schüsse und Artillerie zu hören waren.

Am 3. Januar 1951 mussten die Südkoreaner und Amerikaner die Stadt erneut räumen, da sie der Übermacht der mit einer chinesischen „Freiwilligen-Armee“ verbündeten Nordkoreaner nicht standhalten konnten. Am folgenden Tag wurde die Stadt von Nordkoreanern besetzt. Als Seoul am 14. März zurückerobert werden konnte, hatten die Nordkoreaner einen großen Teil der Bevölkerung entführt. Zudem war die Stadt fast vollständig zerstört, Augenzeugen berichten von einer schlimmeren Zerstörung als die von Berlin während des Zweiten Weltkrieges.

Vom Ausbruch des Krieges bis zum 1. August 1953 war Busan Regierungssitz, Seoul wurde der Status der Hauptstadt Südkoreas aber nie abgesprochen.

Neuere Entwicklung

Nach dem Ende des Koreakriegs begann man mit dem Wiederaufbau und Seoul wuchs sehr rasch. War die Bevölkerungszahl während des Koreakriegs wieder deutlich eingebrochen, stieg sie in den Folgejahren wieder rasch an. 1963 wurde die 3-Millionen-Grenze überschritten. Zusammen mit den Fünf-Jahresplänen, mit denen die Militärregierung von Park Chung-hee den wirtschaftlichen Aufschwung Südkoreas begründete, wurde auch ein Plan für die Entwicklung und Modernisierung Seouls entworfen. Die Verwaltung der Stadt wurde direkt dem Premierminister unterstellt. Das Stadtbild änderte sich massiv und es wurde wenig Rücksicht auf traditionelles genommen. Bis auf die Paläste, Tempel und so weiter ist es kaum noch möglich, ältere Bauten als aus den 1960ern zu finden. Das Bevölkerungswachstum wurde zunächst auf Gebiete südlich des Hang-gangs konzentriert, inzwischen findet sie praktisch nur noch in Satellitenstädten im Umland statt. Seoul wuchs zum politischen, kulturellen und ökonomischen Zentrum Südkoreas.

1968 wurde der Betrieb der Straßenbahn eingestellt, und am 15. August 1974 wurde die erste U-Bahn-Linie in Seoul eröffnet. Das Streckennetz wird bis zum heutigen Tag stetig erweitert, bedient inzwischen auch die umliegenden Städte und ist mit der U-Bahn Incheons verbunden. 1986 war Seoul Gastgeber der 10. Asienspiele, bevor es zwei Jahre später Austragungsort der Olympischen Sommerspiele wurde. Bis 1991 wurde der Bürgermeister vom Präsidenten ernannt, seither werden er und der Stadtrat von der Bevölkerung direkt gewählt.

1994 feierte die Stadt ihren 600. Geburtstag, dabei wurde eine Kapsel mit 600 Gegenständen, die das moderne Leben der Stadt repräsentieren, am Nordhang des Namsan vergraben. Während der gemeinsam in Korea und Japan ausgetragenen Fußballweltmeisterschaft 2002 fanden hier das Eröffnungsspiel, ein Gastspiel sowie ein Halbfinalspiel statt.

Pläne des koreanischen Präsidenten Roh Moo-hyun, den Regierungssitz des Landes in die 120 Kilometer südlich von Seoul gelegene Stadt Gongju zu verlegen, sind nach massiven Protesten und der am 21. Oktober 2004 gefassten Entscheidung des koreanischen Verfassungsgerichts dagegen vorerst gescheitert. Die Verlegung war ein Versprechen von Roh Moo-hyun während des Präsidentschaftswahlkampfes 2002, der damit eine Dezentralisierung der Verwaltung erreichen wollte. Die Bauarbeiten sollten 2007 beginnen und 2030 abgeschlossen sein. Die Regierung rechnete mit Umzugskosten von 45,6 Billionen Won.

Bevölkerung

Seoul hat eine sehr hohe Bevölkerungsdichte, sie beträgt durchschnittlich 17.092 Einwohner pro Quadratkilometer. Dies ist fast 40 mal so hoch wie der Durchschnitt in Südkorea. Am dichtesten besiedelt ist der Bezirk Yangcheon-gu mit rund 26.400 Einwohnern pro Quadratkilometer. Zum Vergleich, in München, der Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Deutschland, liegt dieser Wert bei 4.147 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der bevölkerungsreichste Bezirk ist mit 633.934 Einwohnern Nowon-gu im Norden der Stadt, der bevölkerungsärmste Bezirk ist Jung-gu im Zentrum. Es leben unwesentlich mehr Frauen als Männer in der Stadt (der Unterschied beträgt circa 9500 Personen). Ende 2003 lebten 102.882 ausländische Einwohner aus mehr als 90 Staaten in Seoul, dies entspricht einem Prozent der Gesamtbevölkerung. Seoul hat damit den höchsten Ausländeranteil aller südkoreanischen Städte, im internationalen Vergleich ist dies aber sehr wenig. Hamburgs Bürger sind zu 14,9 % Ausländer, in Frankfurt am Main sind es gar 25,5 %. Die größte Gruppe ausländischer Bürger sind die 52.572 Chinesen, gefolgt von den 11.484 US-Amerikanern und den 6.139 Japanern.

Einwohnerentwicklung

Durch seine politische, ökonomische und kulturelle Vorrangstellung erlebte Seoul nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Abzug der japanischen Kolonialmacht ein unkontrolliertes Bevölkerungswachstum. Der starke Zustrom vor allem ländlicher Bevölkerung, die großflächige Zerstörung im Koreakrieg (1950-1953) und chaotische politische und wirtschaftliche Verhältnisse führten zu einem Auseinanderklaffen zwischen Einwohnerzahl und städtischer Infrastruktur. Nachdem die Bevölkerungszahl während des Koreakrieges von 1,4 Millionen auf 650.000 zurückgegangen war, stieg sie 1953 wieder auf eine Million und verzehnfachte sich bis Ende der 1980er Jahre auf zehn Millionen.

Seit Anfang der 1970er Jahre wird versucht die Bevölkerung südlich des Han-gangs anzusiedeln. Lebten 1975 nur 30 Prozent der Einwohner dort, sind es heute 60 Prozent. Auch die Anstrengungen, die Bevölkerung vermehrt in den Satellitenstädten anzusiedeln, waren erfolgreich. Seit den 1980ern stagniert das Bevölkerungswachstum im eigentlichen Stadtgebiet. Diese Städte sind mit Seoul durch ein dichtes Netz von Autobahnen, Buslinien und U-Bahnen verbunden. Die Agglomeration mit rund 20 Großstädten einschließlich Seoul beherbergt eine Bevölkerung von 21,7 Millionen (Stand 1. Januar 2005) und gehört damit zu den größten Metropolregionen der Erde.

Entwicklung der Wohnsituation

Im Gegensatz zu Städten in Europa und Nordamerika fand die Verstädterung Seouls nicht in der Form großflächiger Siedlungen von Einfamilienhäusern auf großzügig angelegten Gartengrundstücken statt, sondern durch Übertragung städtischer Wohnformen, also überwiegend Mehrfamilienhäuser, in die Vorstädte mit entsprechend hoher Bevölkerungsdichte. Die Bebauung grenzt oft dicht an das landwirtschaftlich geprägte beziehungsweise bewaldete Umland.

In den 1960er und 1970er Jahren kamen zahlreiche Bauern vom Land nach Seoul um in den Industriebetrieben der Hauptstadt nach besser bezahlten Arbeitsplätzen zu suchen. Die dichten, meistens ohne Genehmigung auf staatlichem Land errichteten Siedlungen der Landflüchtlinge wuchsen überwiegend in bereits existierenden Vierteln. Die dortigen Behausungen wurden teilweise in massiver Bauweise mit Ziegeldächern errichtet und unterschieden sich kaum von den mit offizieller Genehmigung errichteten Gebäuden in den regulären Bebauungsgebieten.

Dennoch wurden die Bewohner der inoffiziellen Siedlungen von der Stadtverwaltung ab Ende der 1970er Jahre in Gebiete umgesiedelt, die weiter vom Stadtzentrum entfernt lagen. Diese Gebiete waren nur ungenügend an das städtische Wasser-, Abwasser und Verkehrsnetz angeschlossen, was zu einer Verschlechterung des Lebensstandards der Umsiedler führte. Im Zentrum Seouls entstanden zahlreiche fünf bis fünfzehnstöckige Apartmenthochhäuser für Familien mit mittlerem bis hohem Einkommen, deren Mieten für die früheren Bewohner mit niedrigem Einkommen nicht bezahlbar waren.

Seit den 1980er Jahren fanden in Seoul umfassende Umbaumaßnahmen statt und die existierende öffentliche Infrastruktur wurde erheblich erweitert. In diesem Zusammenhang kam es beispielsweise zum Bau neuer U-Bahnlinien und Autobahnen. In der weiteren Umgebung der Hauptstadt, in landschaftlich schöner Lage, wurden die Landhäuser der in Seoul arbeitenden Oberschicht, also überwiegend Künstler, Geschäftsleute in gehobenen Positionen, Hochschullehrer und hoher Militärs errichtet. Dort besteht ein Bauverbot für Industriebetriebe und Siedlungen mit Mehrfamilienhäusern.

Politik

Stadtregierung

Seoul wird durch einen Stadtrat und das Seoul Metropolitan Government verwaltet. Der Stadtrat besteht aus 104 Mitgliedern, die für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt werden. Ebenfalls direkt und für vier Jahre wird der Bürgermeister gewählt, der dem Seoul Metropolitan Government vorsteht. Zuvor wurde er vom Präsidenten Südkoreas eingesetzt. Ihm stehen drei Vizebürgermeister zur Seite, zwei für Verwaltungsaufgaben und einer für politische Angelegenheiten. Die 25 Bezirke sind weitgehend autonom, ihre Bürgermeister werden seit 1995 ebenfalls direkt von der Bevölkerung gewählt.

Der 33. Bürgermeister von Seoul ist Oh Se-hoon von der Grand National Party (GNP). Er übernahm das Amt am 1. Juli 2006 von seinem Vorgänger Lee Myung-bak, der die Stadt seit 1. Juli 2002 regierte. Oh besitzt einen Universitätsabschluss und war zuvor als Anwalt und Professor tätig.

Probleme bereiten die Luftverschmutzung und der Verkehrslärm. Seoul besitzt die schlechteste Luftqualität aller Hauptstädte in der OECD. So gehörte auch der Abriss einer Schnellstraße über den Cheonggyecheon (Klarwasserstrom), einem Seitenarm des Han, und die Renaturierung des Flusses zu den größten Projekten der Stadtverwaltung. Der 3670 Meter lange Cheonggyecheon wurde 1961 zubetoniert und 1971 mit einer Hochstraße überdeckt. Am 1. Oktober 2005 wurde der wiederhergestellte Fluss und die dazu gehörigen Grünanlagen im Zentrum Seouls offiziell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Städtepartnerschaften

Seoul unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

seit 23. März 1968: Taipeh, Taiwan
seit 23. August 1971: Ankara, Türkei
seit 22. Oktober 1973: Honolulu, USA
seit 18. Mai 1976: San Francisco, USA
seit 20. April 1977: São Paulo, Brasilien
seit 14. Juni 1982: Bogotá, Kolumbien
seit 25. Juli 1984: Jakarta, Indonesien
seit 3. September 1988: Tokio, Japan
seit 13. Juli 1991: Moskau, Russland
seit 12. November 1991: Paris, Frankreich
seit 5. Oktober 1992: Mexiko-Stadt, Mexiko
seit 23. Oktober 1993: Peking, Volksrepublik China
seit 6. Oktober 1995: Ulaanbaatar, Mongolei
seit 1. Mai 1996: Hanoi, Vietnam
seit 20. Juni 1996: Warschau, Polen
seit 27. April 1997: Kairo, Ägypten
seit 18. März 2000: Rom, Italien

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Musik

In Seoul findet man viele Arten kultureller Aufführungen. Traditionelle Musik, Tanz- und Theateraufführungen, gleiche in modernisierter oder moderner Form, klassische Musik und mehr werden geboten. Seoul verfügt über eine Vielzahl kleiner Bühnen über die ganze Stadt verstreut, diese sind oft experimentell. Aber auch große Bühnen sind in der Stadt angesiedelt.

National Theater of Korea

Das Nationaltheater wurde 1973 gegründet und hat seinen Sitz am Namsan. Es ist Heimat des Staatsorchesters, der National Dance Company und der National Drama Company. Der größere der beiden Säle verfügt über 1.500 Sitze; hier finden viele der wichtigen kulturellen Veranstaltungen des Landes statt. Im kleinen Saal findet man unter anderem jeden Mittwoch um 19:00 Uhr Vorführungen traditioneller Tänze und Musik. Weiterhin verfügt das Theater über eine Bühne für experimentelle Theateraufführungen sowie ein Amphitheater für weniger formelle Aufführungen.

Sejong Cultural Center

Das nach König Sejong benannte Sejong Cultural Center verfügt über die größte Bühne der Stadt mit 4.000 Plätzen. Hier findet man Konzerte, Opern und große Produktionen auch ausländischer Herkunft. Im kleineren Saal treten meist Chöre auf oder werden Vorträge gehalten, teilweise findet man auch kostenlose Aufführungen im Innenhof. Darüber hinaus gibt es häufig wechselnde Ausstellungen mit Kalligraphie, Malerei und ähnlicher Kunst.

Museen

Als kulturelles Zentrum des Landes beheimatet Seoul zahlreiche Museen, darunter das Nationalmuseum. Die umfangreiche Sammlung mit über 100.000 Exponaten ist im Oktober 2005 in ein neues, deutlich größeres Gebäude im Yongsan-Familien-Park gezogen. Die Bestände an Baekje-Fliesen, Silla-Tonwaren, goldenen Buddhas, Goryeo-Blaßgrün und Joseon-Kalligraphien sowie Malereien bieten ein Panorama der koreanischen Kultur.

Im Nationalmuseum wird auch die berühmte Bosingak-Glocke, ein bedeutender Kulturschatz Koreas, aufbewahrt, die während der Joseon-Dynastie in Seoul die Zeit anzeigte. Sie wurde morgens um vier Uhr 33 mal geschlagen, und die Stadttore wurden geöffnet, am Abend um 19 Uhr dann 28 mal geschlagen, und die Tore wurden wieder verschlossen. Die erste Glocke wurde 1455 bei einem Feuer zerstört, die zweite Glocke entstand 1468 und wird bis heute im Museum aufbewahrt. Die in der Jongno (Glockenstraße) immer zum Jahreswechsel 33 mal geschlagene Glocke wurde erst 1985 hergestellt, der Glocken-Pavillon 1979 von der Stadtverwaltung errichtet.

Auf dem Gelände des Gyeongbok-Palastes, im hinteren Teil der Anlage, befindet sich das National Folk Museum. Es zeigt religiöse Rituale (Schamanismus), verschiedene Wohnkulturen, Haushaltsgeräte, Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände aus Korea. Insgesamt beherbergt das Museum über 10.000 Objekte.

Das War Memorial, ein Monumentalbau in der Stadtmitte, informiert mit über 13.000 Ausstellungsobjekten anschaulich über koreanische Kriege und Waffentechnologie. In einer Halle im Zentrum des Museum verherrlichen Büsten Kriegshelden der koreanischen Geschichte. Es gibt ferner eine Gedächtnishalle für den Koreakrieg, in der der unerwartete Angriff aus dem Norden und seine materielle Überlegenheit bei Kriegsausbruch dargestellt wird, eine Halle mit Kriegsmaschinen, Material zur innerkoreanischen Grenze, eine Halle mit Dokumentationen über ins Ausland entsandte koreanische Truppen und eine Halle, die die Entwicklung der koreanischen Streitkräfte vorstellt. Im großen Garten des Museums stehen neben Kriegsgerät Denkmäler, die an den Einsatz des US-Militärs im Koreakrieg und an die südkoreanischen Soldaten im Vietnamkrieg erinnern. Die Nachbildung eines Schildkrötenschiffs steht im Innern.

Bauwerke

In Seoul befinden sich aufgrund der langen Geschichte der Stadt zahlreiche Kulturgüter, angefangen von Relikten aus der Steinzeit bis hin zu Gräbern, Tempeln, Palästen und Wehranlagen. Seoul vereint die Vergangenheit mit der Moderne. Historische Gebäude stehen zwischen Wolkenkratzern und in den kleinen Gassen sind viele Spuren der Geschichte zu entdecken. Hier können natürlich nur einige wichtige hervorgehoben werden.

Paläste

Als Hauptstadt der Joseon-Dynastie verfügte Seoul über sechs Paläste, von denen heute noch fünf erhalten sind. Sehenswert sind vor allem der Gyeongbokgung, der Changdeokgung und der Deoksugung. Der Gyeongbokgung (Palast scheinender Glücklichkeit) wurde 1394 mit Seouls Ernennung zur Hauptstadt gebaut, beeindruckend ist vor allem die Thron- und Audienzhalle Geunjeonggung. Der Palast wurde während des Imjin-Kriegs 1592 niedergebrannt, jedoch nicht von den japanischen Truppen, sondern von Sklaven des Palastes, die so Belege ihrer Leibeigenschaft zerstören wollten. Erst 1865 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, was die damals schlechte wirtschaftliche Lage Koreas deutlich verschärfte. Bereits 23 Jahre nach dem Wiederbezug zog der König aber wieder in den im Botschaftsviertel gelegenen und daher vermeintlich sichereren Deoksugung, nachdem seine Frau Königin Min 1895 von Auftragsmördern der japanischen Regierung ermordet worden war.

Der Changdeokgung (Palast illustrer Rechtschaffenheit) wurde von 1405 bis 1412 als Erweiterung des Gyeongbokgung erbaut. Er wurde ebenfalls während des Imjin-Krieges niedergebrannt, aber direkt danach wiederaufgebaut und diente, obwohl ursprünglich nicht als dazu erbaut, dem Land bis 1872 als Sitz der Regierung. 1907 wurde er erneunt vom König Sunjong bezogen, dem letzten König, der auch nach seiner Abdankung 1910 bis zu seinem Tode 1926 hier lebte. Auch die letzten Mitglieder der königlichen Familie lebten hier, bis 1989 der letzte starb. Neben den Palastbauten ist besonders der geheime Garten Biwon sehenswert. Der Palast wurde 1997 dem UNESCO-Weltkulturerbe angefügt.

Der Deoksugung (Palast der rechtschaffenden Langlebigkeit) wurde im 15. Jahrhundert als Residenz für den Enkel von König Sejo erbaut. Nachdem alle Paläste Seouls im Imjin-Krieg 1592 niedergebrannt worden waren, diente der Deoksugung bis 1623 als Palast und erneut 1897 nach der Ermordung von Königin Min bis 1907.

Interessierten Besuchern steht auch der aus der Goryeo-Dynastie stammende Changgyeonggung und der kleine Unhyeongung offen. An der Stelle, an der einmal der Gyeonghuigung stand, ist heute eine Parkanlage, das Seoul Historical Museum sowie das Seoul Metreopolian Museum of Art zu finden. 1988 wurde das Haupttor Heunghwamun, welches zwischenzeitlich an einer anderen Stelle in Seoul stand, zurückverlegt, in den 1990er Jahren wurden Nachbauten einiger anderer Gebäude des Palastes errichtet. Dem Besucher werden traditionelle kulturelle Riten der koreanischen Kultur, wie die Einführungsveranstaltungen für Beamte der Joseon-Dynastie an königlichen Palästen, das Wechseln der Königlichen Wachsoldaten oder die Hochzeit zwischen König Gojeon und Königen Min dargeboten.

Tempel

Der Hauptsitz des buddhistischen Ordens Koreas Jogyejong ist der Jogyesa-Tempel. In der Hauptstraße vor dem Tempel befinden sich viele Geschäfte, die buddhistische Requisiten verkaufen. Einmal im Jahr im Mai (8. Tag des 4. Monats des chinesischen Kalenders) ist der Jogyesa-Tempel das Ziel der großen Laternen-Parade, mit der Buddhas Geburtstag gefeiert wird. Bis zu 100.000 Menschen in farbenprächtigen Kostümen und Abordnungen aus vielen buddhistisch geprägten Ländern nehmen daran teil.

Der Bongeunsa-Tempel, im 15. Jahrhundert das Zentrum der Religion des Zen-Buddhismus wurde 794 in der Silla-Periode neben dem Grab von König Seongjong errichtet und 1562 nördlich des heutigen World Trade Centers umgesiedelt. Neben dem Haupttempel findet sich eine interessante Sammlung an Holzblockinschriften. Der Tempel brannte mehrmals ab und so sind die meisten Gebäude in der Anlage in neuerer Zeit erbaut worden.

Der Bongwonsa-Tempel wurde im Jahre 889, im dritten Jahr der Herrschaft der Silla-Königin Jinseong unter der Anleitung des Mönches To-seon errichtet. Der ursprüngliche Standort des Tempels lag nahe der Yonsei-Universität. 1728 wurde er an den Hintereingang der heutigen Ewha-Frauen-Universität umgesiedelt. An jedem Wochenende findet dort das Yeongsanjae statt. Dabei handelt es sich um ein Ritual, mit dem die Art und Weise, wie Buddha das Lotos Sutra des Mahayana-Buddhismus lehrte, zelebriert wird. Der Bongwonsa ist der Haupttempel der Taego-Sekte der Buddhisten in der Hauptstadt. Eine Besonderheit dieser Gruppe, ist die Möglichkeit der Mönche, zu heiraten.

Festungsanlagen

Die Bergfestung Namhansanseong („Festung des Bergs südlich des Han“) ist ein beliebtes Wandergebiet, das etwa 30 Kilometer südöstlich Seouls liegt und mit der U-Bahn gut zu erreichen ist. Diese großangelegte Zufluchtsstätte in den Bergen, mit einer etwa acht Kilometer langen und bis zu sieben Meter hohen Mauer entstand vor ungefähr 2.000 Jahren unter der Baekje-Dynastie. Die meisten der noch stehenden Gebäudeteile gehen jedoch auf das 17. und 18. Jahrhundert zurück, als die Festung dem Schutz der Joseon-Könige vor den chinesischen Invasionsarmeen diente. 1637 kapitulierte in Namhansansong König Injo mit 14.000 Soldaten vor einer riesigen Streitmacht der Mandschu, in deren Verfügungsgewalt dann auf ganz Korea überging.

Bukhansanseong, die „Festung des Bergs nördlich des Han“, ist zusammen mit der Feste Namhansansong die zweite namhafte antike Befestigungsanlage im Umkreis von Seoul. Bukhansanseong liegt im Norden der Stadt, auf den Grat der Bukhan-Berge gebaut. Auch diese Anlage wurde bereits in der frühen Baekje-Zeit errichtet und war mehrmals heftig umkämpft. Nachdem Armeen der chinesischen Ming-Kaiser im 16. Jahrhundert die Festung bedrohten, ließ der Joseon-König Sukjong (1674-1720) ihr Mauerwerk verstärken. Im Verlauf des Koreakrieges teilweise zerstört, wurden die Mauern inzwischen wegen ihrer großen geschichtlichen Bedeutung restauriert.

Grabstätten

Gwangneung: Die eindrucksvollen Grabstätten von König Sejo und seiner Gemahlin, Königin Yun Chon-hi, gehören zu den kunstvollsten Grabmälern im Einzugsgebiet Seouls. Die monumentalen Hügelgräber sind 28 Kilometer nordöstlich von Seoul, gleich hinter Uijongbu, zu finden (Ortschaft und Garnison wurden durch die Film- und Fernsehserie M*A*S*H bekannt). Die eigentliche Nekropole ist in einem dichten Wald verborgen.

Hongneung: Diese Grabstätten des 3. und des 24. Joseon-Königs in Naekok-dong im Südosten Seouls sind von einem Grüngürtel umgeben. Melonen, Erdbeeren, Auberginen, Paprika, Mais und Reis werden dort angebaut. Nahe liegen die Grabstätten des Königs Taejong und der Königin Wonkyong in Hongneung sowie von König Sunjo und Königin Sunwon in Innung. Sämtliche Grabmäler sind umgeben von Standbildern aus Granit, die Vasallen des Monarchen sowie phantastische Tierwachen darstellen. Jährlich am 8. Mai findet dort die chesa-Zeremonie statt, die von Nachfahren der Yi zelebriert wird.

Parks

Namsan ist eine der schönsten Oasen inmitten der Stadt: Ein öffentlicher Park einschließlich botanischem Garten, einem achteckigen Pavillon und einem Museumsdorf, in dem fünf wiederhergestellte Hanok (traditionelle Häuser), zu sehen sind. Auf der höchsten Erhebung steht der N Seoul Tower mit sich drehendem Restaurant. Am Fuße des Berges befinden sich das Nationaltheather, das Goethe-Institut, die Namsan-Bibliothek sowie ein botanischer Garten.

Hinter dem Changdeok-Palast breitet sich der „Geheime Garten“, auch Biwon genannt, aus, der ehemalige Privatpark der Königsfamilie. Fußwege führen durch bewaldetes, hügeliges Gelände, vorbei an Teichen und Pavillons sowie über kleine Brücken. Malerisch angelegt wurde der Bandoji, dessen Umrisse die Halbinsel Korea nachzeichnen. Von dem fächerförmig gestalteten Pavillon aus ging im 16. Jahrhundert König Injo seiner großen Angelleidenschaft nach. Der Naksonjae-Komplex ist nur zweimal jährlich, anlässlich der Königszerenomie, der Öffentlichkeit zugänglich.

Ein weiterer Park in Seoul ist der Seonyudo. Er befindet sich auf einer kleinen Insel im Han-Fluss und beherbergt einen Spielplatz, Aussichtspunkte, Teiche und eine interessante Gartenanlage. Der Seoul Forest in Ttukseom ist eine Parkanlage am Han-Fluss. Neben mehreren Grünflächen, einem großen Spielplatz und einer Anzahl Fahrradwege gibt es dort eine Fotoausstellung zum Thema „Wald“ und auch einige Tiere. Ein 1983 eröffneter Park befindet sich um das 1639 errichtete Samjeondo-Denkmal. Der einzige Nationalpark innerhalb des Stadtgebietes von Seoul ist Bukhansan. Er ist mit zahlreichen buddhistischen Tempeln und seltenen Tieren, die das Berggebiet bewohnen ausgestattet.

Sport

Seoul verfügt über 12.000 Sporteinrichtungen, von denen die meisten kommerziell betrieben werden. Etwa 700 der Einrichtungen sind in öffentlicher Hand oder sind firmeninterne Sportstätten. Es gibt 28 von der Stadt betriebene Sporteinrichtungen, inklusive vier Stadien für Fußball, Baseball und Leichtathletik. Weiterhin betreiben zehn der 25 Bezirke eigene Sportzentren, vier weitere Bezirke bauen derzeit solche Einrichtungen.

Am repräsentativsten sind die Sportanlagen des Jamsil Sports Complex im Bezirk Songpa-gu, die sich über eine Fläche von 0,59 Quadratkilometern ausbreiten. Hier wurden unter anderem die Asienspiele 1986, die Olympischen Sommerspiele 1988 sowie die Sommer-Paralympics 1988 abgehalten. Sie umfassen das Olympiastadion mit einer Kapazität für 100.000 Zuschauer, ein Baseball-Stadion, ein Hallenbad, eine Sporthalle, einen Sportplatz und einen Schülersportplatz.

Eines der größten Fußballstadien in Asien ist das für die Fußballweltmeisterschaft 2002 erbaute Sangnam-Stadion im Bezirk Mapo-gu. Es verfügt über 65.000 Sitzplätze, ist siebenstöckig und in der Grundform dem Soban, einem traditionellen koreanischen achteckigen Teetablett aus Holz nachempfunden worden. Im Stadiondach verbindet sich die Ausdrucksform des „Bangpaeyeon“, ein traditioneller schildförmiger Drachen, der die Hoffnungen der Menschen gen Himmel trägt, mit der Form des „Hwangpodotbae“, ein traditionelles Segelschiff auf dem Han-Fluss. Die natürliche Linienführung des Stadions entspricht dem Dach sowie auch der Dachtraufe traditioneller Gebäude in Korea. Nach rund dreijährigen Bauarbeiten seit Oktober 1998 wurde das Stadion im November 2001 eröffnet.

Seoul ist Heimat zweier Baseball-Clubs der Korean Baseball Organization, den Doosan Bears und der LG Twins, sowie des Fußballclub FC Seoul, der in der K-League spielt.

Freizeit und Erholung

Am südlichen Stadtrand erhebt sich der 632 Meter hohe Berg Gwanaksan, der der Bevölkerung Seouls als gut erschlossenes und beliebtes Naherholungsgebiet dient. Wegen seiner Schönheit wird der Gwanaksan nach dem als schönster Berg Koreas geltenden Kumgangsan oft Sogeumgang (kleiner Kumgang-Berg) oder Seogeumgang (Kumgang-Berg des Westens) genannt.

Zahlreiche Wanderwege führen durch das Bergmassiv mit seinem dichten und alten Baumbestand. Ausgangspunkt für die Ausflüge ist meist die Seoul National University am Fuß des Bergs. Die Besteigung des Gipfels nimmt etwa vier bis fünf Stunden in Anspruch. Auf dem felsigen Gipfel befinden sich eine Radarstation und mehrere Antennenanlagen. Am Gwanaksan liegen auch der Tempel Wongaksa und die Yeonjuam-Einsiedelei, die König Taejo der Joseon-Dynastie während der Verlegung der koreanischen Hauptstadt ins heutige Seoul im Jahr 1394 bauen ließ.

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Sungkyunkwan-Schrein auf dem Gelände der Sungkyunkwan University nordöstlich von Biwon wird zweimal jährlich am 1. Februar und 1. August nach dem Mondkalender eine Zeremonie abgehalten. Dabei ehrt man den Geist von Konfuzius, jenes Mannes, der im Korea der Joseon-Dynastie die Richtlinien für die Regierungsarbeit ausgegeben hatte.

Am 8. April nach dem Mondkalender findet zu Buddhas Geburtstag das Fest der Laternen statt. Dabei werden die buddhistischen Klöster mit Laternen geschmückt und eine Laternenparade vom Yeouido Plaza zum Jogyesa-Tempel veranstaltet.

Am ersten Sonntag im Mai nach dem Mondkalender findet in Seoul am Jongmyo-Schrein das „Jongmyo Daeje“ statt. Die Prozession und das Ritual wird zur Verehrung der Königinnen und Könige der Joseon-Dynastie veranstaltet.

Kulinarische Spezialitäten

Eine eigene kulinarische Spezialität hat Seoul nicht. Dafür verfügt die Stadt über eine sehr große Auswahl an Restaurants mit koreanischer und internationaler Küche für jeden Geldbeutel. Westliche Restaurants sind recht teuer, abgesehen von Fastfoodketten wie Mc Donalds, Kentucky Fried Chicken oder Burger King, die vergleichbare Preise wie in Europa haben. Sehr beliebt sind Straßenrestaurants, in denen Speisen wie Bulgogi, Samgyeopsal und Galbi am Tisch gebraten werden. Dabei handelt es sich um dünne Fleischstreifen, die nach dem Braten in kleine Stücke geschnitten werden und mit Soßen und Gemüse verzehrt werden.

In der Region Seoul ist die Gimchi-Variante Sokbatyi verbreitet. Ein weiteres Gimchi-Gericht der Hauptstadtregion ist Chunggak. Hierbei wird Rettich zusammen mit den Blättern des Gewächses eingelegt oder in mehrere Würfel zerschnitten zubereitet.

Einkaufen

Der größte Markt in ganz Korea ist der Dongdaemun-Markt am alten Osttor, dem Dongdaemun. Der farbenprächtige Basar zieht sich über zehn Blocks hin. Von Haushaltswaren oder Elektroartikel, Schuhen und Kleidung bis zu Möbeln, kann hier alles erstanden werden. Ein weiterer bedeutender Markt in Seoul ist der Namdaemun Sijang (Großer Südtormarkt), der sich im Osten des Südtores erstreckt.

Neben den vielen Märkten bietet Seoul auch die Möglichkeit in den zahlreichen Kaufhäusern und Geschäftsstraßen einzukaufen. An der Namdaemundo findet man direkt gegenüber dem Eingang nach Myongdong rechts Midop’a und links Lotte. Die Straße hinauf liegt Sinsegye, gegenüber der Bank von Korea. In der Samil-no, in der Nähe des Cheonggyecheon, steht das Kaufhaus Printemps. Eine gute Einkaufsmöglichkeit für Antiquitäten und traditionelle Mitbringsel bietet die Straße Insadong.

Ganze Einkaufsstraßen – wie beispielsweise unterhalb der Jongno und Euljiro entlang und der Westin Chosun, Lotte und Plaza Hotels – wurden in den Untergrund gebaut. Die Sogong Arcade beginnt unter dem Plaza Hotel, biegt am Chosun Hotel nach links ab und mündet in das Kaufhaus Cosmos in Myongdong; die Hoehyon Arcade setzt vor dem Hauptpostamt ein und endet erst an der Toegyero. In diesen und anderen zahlreichen Arkaden findet man ein breit gefächertes Angebot an Kleidung, Schmuck, Schreibwaren, Computern, Kameras, Souvenirs und Reproduktionen antiken Porzellans.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Hauptstadt durchlebte nach dem Koreakrieg (1950-1953) bis in die Gegenwart einen raschen Modernisierungsprozess. Hierzu zählen der rasante Wandel von der vormodernen zur industriellen Gesellschaft und das schnelle Wirtschaftswachstum. Zwischen 1989 und 1998 wuchs die Wirtschaft Südkoreas jährlich um durchschnittlich 11,6 %, woran Seoul sicher den größten Anteil hatte. Die Arbeitslosenquote betrug 1997 nur 2,7 %. Wie allerdings ganz Korea wurde auch Seoul Ende 1997 von der Asienkrise durchgeschüttelt, die Arbeitslosigkeit sprang auf über 9%, das BIP Südkoreas schrumpfte 1998 um 5,5 %. Seitdem hat sich die Lage aber rasch wieder erholt.

Seoul beherbergt heute eine Vielzahl an Industriebetrieben. Wichtigste Industrieerzeugnisse der Stadt sind chemische Produkte, Textilien und Kleidung, elektrische und elektronische Geräte, Maschinen und Druckerzeugnisse. Von den 75.285 Industriebetrieben der Stadt beschäftigen nur 232 mehr als 300 Mitarbeiter, die übrigen mittleren und kleinen Betriebe beschäftigen durchschnittlich 6,0 Personen (Stand 1999). Wichtigstes Industriegebiet ist das Korea Export Industrial Complex, auch Guro Industrial Complex genannt, wo auf einer Fläche von 1,98 Km² 474 Betriebe angesiedelt sind. Sie beschaftigen 25.111 Mitarbeiter und sind vor allem in den Feldern Montage und Papierherstellung tätig.

Der Fremdenverkehr ist ebenfalls von wirtschaftlicher Bedeutung. In der landwirtschaftlich genutzten Umgebung von Seoul werden Soja, aber auch Hirse und Weizen angepflanzt.

Die Stadt besitzt mit dem nahen Incheon am Gelben Meer einen großen Hafen für die Ein- und Ausfuhr industrieller Güter und einen wichtigen Personen- und Güterflughafen. Seoul profitiert zusehends von der zentralen Lage Südkoreas zwischen der Volksrepublik China und Japan. Diese und Taiwan sind in weniger als zwei Flugstunden zu erreichen, innerhalb von fünf Stunden erreicht man die ebenfalls stark wachsenden Märkte Indonesien, Thailand sowie die Philippinen.

Auf Grund erfolgreicher Dezentralisierungspolitik hat Seoul seine schon in japanischer Kolonialzeit herausgebildete Stellung als bedeutendster Industriestandort des Landes eingebüßt, im Dienstleistungssektor seine Vorrangstellung jedoch unverändert beibehalten. So befinden sich fast alle Institutionen mit den höchsten staatlichen und privatwirtschaftlichen Verwaltungs-, Planungs- und Kontrollbefugnissen sowie deren Beschäftigte in der Hauptstadt. Auch fast alle großen Konzerne, Banken, Handelsunternehmen und Versicherungsgesellschaften Südkoreas haben ihren Hauptsitz in Seoul.

Verkehr

Fernverkehr

Der 2001 nahe Seoul eröffnete Incheon International Airport ist der internationale Flughafen Südkoreas. Beinahe alle internationalen Flüge des Landes enden oder starten hier. Er liegt etwa 50 Kilometer westlich der Hauptstadt auf einer zu Incheon gehörenden Insel und ist über eine Autobahn sowie eine große Anzahl Shuttlebusse mit Seoul verbunden. Zur Zeit wird eine Verlängerung der U-Bahn Seouls gebaut, deren Eröffnung für 2008 geplant ist. Der Flughafen ersetzt den 18 Kilometer von Seoul entfernten Gimpo Airport als internationalen Knotenpunkt des Landes, hier werden heute vor allem nationale Flüge bedient. Praktisch jede Stadt mit Flughafen in Südkorea wird von hier angeflogen.

Seoul verfügt über zwei große Bahnstationen. Die wichtigste ist die Seoul Station. Ursprünglich von den Japanern erbaut, wurde sie 1989 und 1990 erweitert. Trotzdem musste die Anfang 2004 eröffnete Yongsan Station zur Entlastung gebaut werden. Das Eisenbahnnetz ist sehr ausgedehnt und verbindet alle größeren Städte zwischen Seoul und Busan. Am 30. März 2004 fuhr der Korean Train eXpress (KTX) über die erste koreanische Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Seoul und Busan. Südkorea war damit das erste asiatische Land, das die französische Technologie des TGV (Hochgeschwindigkeitszug) einsetzte.

Seoul ist über ein ausgedehntes Netz an Express und Intercity Bussen an beinahe jede Stadt in Südkorea angebunden. Die meisten Express Busse fahren vom Gangnam Express Bus Terminal im Süden der Stadt, etwa ein Dutzend Linien fährt das Dong Seoul Bus Terminal im Osten an, einige wenige auch das Seoul Sangbong Bus Terminal im Norden der Stadt. Von den etwa 70 Zielen, die mit Express Bussen von Seoul aus erreicht werden können, werden die wichtigen im Takt von 10 bis 20 Minuten angefahren, die meisten aber mindestens im Stundentakt. Neben den üblicherweise von circa 6:00 bis 21:00 Uhr verkehrenden Linien gibt es auch einige spezielle Nachtlinien, die bis 2:00 Uhr morgens betrieben werden. Intercity Busse sind etwas billiger und fahren deutlich mehr Ziele an, als die Express Busse, sind aber üblicherweise keine direkten Linien und brauchen länger.

Nahverkehr

Seoul besitzt ein dichtes und gut ausgebautes Straßennetz mit sechs Autobahnen. 19 große Stichstraßen führen aus allen Richtungen vom Stadtzentrum weg, darüber hinaus gibt es drei Ringstraßen um das Stadtzentrum. Die Gesamtlänge des Straßennetzes beträgt 7801 Kilometer (Stand 1999). Alle wichtigeren Straßen sind mehrspurig ausgebaut, die breiteste ist die Sejongno mit 20 Spuren. Trotzdem kommt es regelmäßig zu Staus. Darüber hinaus führt die hohe Verkehrsdichte, verbunden mit einem noch wenig ausgeprägten Umweltbewußtsein zu hoher Luftverschmutzung.

Schneller erreicht man sein Ziel meist mit der U-Bahn. Der erste Streckenabschnitt der U-Bahn Seoul wurde am 15. August 1974 eröffnet. Heute verkehrt sie auf einem Netz von acht Linien mit einer Länge von 460 Kilometern, das laufend erweitert wird. Die U-Bahnen verkehren von 5:30 Uhr morgens bis 23:30, üblicherweise im Abstand von vier bis sechs Minuten, zu Hauptverkehrszeiten alle drei bis vier Minuten. Die U-Bahn wird täglich von bis zu drei Millionen Menschen benutzt. Vom 1. Mai 1899 bis zum 29. November 1968 gab es eine elektrische Straßenbahn in Seoul, deren Betrieb aber eingestellt wurde.

Ebenfalls sehr gut ausgebaut ist das Stadtbussystem. Auf den über 350 Routen werden täglich über sieben Millionen Passagiere befördert. Es gibt drei Arten von Bussen: Normale Linien, Nachbarschaftslinien und Expressstadtlinien. Normale Linien werden üblicherweise von 5:00 Uhr bis Mitternacht bedient, die Busse fahren üblicherweise alle paar Minuten. Fahrpläne hängen oft nicht aus. Die Expressstadtlinien werden von komfortabler eingerichteten Bussen bedient und halten seltener. Viele dieser Linien sind Pendlerlinien, die Seoul mit den Satellitenstädten verbinden. Nachbarschaftslinien verbinden ansonsten nicht angeschlossene Wohngebiete mit dem übrigen Busnetz. In jüngster Zeit werden mehr barrierearme Busse eingesetzt.

Sowohl Einzelfahrten mit dem Bus als auch mit der entfernungsabhängig berechneten U-Bahn sind an mitteleuropäischen Preisen gemessen sehr günstig, es existieren allerdings keine Wochen- oder Monatskarten. Vielfahrer besitzen meist eine Chipkarte, auf die Geldbeträge bis 10.000 Won gebucht werden können, die dann für Einzelfahrten verwendet werden können. Damit sinken die Preise um rund 10 %. Bustickets erlauben im Gegensatz zu denen der U-Bahn kein Umsteigen.

Bildung

Seoul ist auch das Bildungszentrum Südkoreas. Hier sind allein 36 Hochschulen beheimatet, darunter die renommiertesten des Landes wie die Seoul National University, Koryo University, Yonsei University und Ewha Women’s University.

Weiterhin gibt es 15 Junior Colleges, 273 High Schools, 352 Middle Schools und 512 Grundschulen sowie 1.370 Kindergärten (Stand: 1997). Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Auslandsschulen, darunter auch die Deutsche Schule Seoul. Es gibt 28 Büchereien in der Stadt, zwei davon sind speziell für Blinde. Seoul beherbergt außerdem die größten Buchgeschäfte Koreas, die auch an europäischen Läden gemessen sehr umfangreich sind.

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Das obige Bild basiert auf dem Bild "Seoul Subway Map" aus der freien Mediendatenbank Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Nesnad.

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Korea Krieg

4. Januar 2007 - Tags: , , , , , , &

Der Koreakrieg war eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Truppen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) zusammen mit ihren chinesischen Verbündeten auf der einen Seite und der Republik Korea (Südkorea) zusammen mit UNO-Truppen (vor allem der USA) auf der anderen Seite. Er brach am 25. Juni 1950 aus, und beide Parteien eroberten wechselseitig beinahe die gesamte koreanische Halbinsel. Letzten Endes führte er wieder zu der Ausgangsposition zurück, zementierte aber die Teilung Koreas, zerstörte fast die gesamte Industrie des Landes und forderte große Verluste in der Zivilbevölkerung.

Er endete am 27. Juli 1953 mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstandabkommens. Ein Friedensvertrag wurde nie abgeschlossen, die beiden koreanischen Staaten befinden sich offiziell also auch heute noch immer im Krieg. Spätestens mit dem Eingreifen der USA und Chinas bekam der Krieg die Rolle eines Stellvertreterkrieges, und er zeigte auch die endgültige Spaltung der ehemaligen Alliierten des Zweiten Weltkriegs in die kommunistischen Staaten China und Sowjetunion auf der einen Seite sowie die kapitalistischen Staaten unter Führung der USA. Er beschleunigte auch die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland, welche sich damals mit Korea besonders identifizierte.

In Südkorea wird der Krieg üblicherweise schlicht „6·25“ genannt, was sich auf das Datum des Ausbruchs bezieht. Seltener findet man die formelle Bezeichnung „Hanguk-jeonjaeng“, die übersetzt Koreakrieg heißt. In Nordkorea wird er üblicherweise als „Vaterland-Befreiungskrieg“ bezeichnet. In den USA wurde offiziell nur „Korean Conflict“ (Koreanischer Konflikt) genannt und als Polizeiaktion deklariert, vor allem, um eine Kriegserklärung zu vermeiden. Oft wird der Koreakrieg auch als „vergessener Krieg“ bezeichnet, da er ein großer Konflikt des 20. Jahrhunderts war, aber trotzdem selten genannt wird.


US-/UN-Einheiten überqueren 1950 den 38. Breitengrad

US-/UN-Einheiten überqueren 1950 den 38. Breitengrad






Vorgeschichte

Ab 1894 geriet Korea unter die Vorherrschaft Japans. 1910 wurde es schließlich von Japan annektiert, die Japaner beuteten das Land insbesondere während des Zweiten Weltkriegs skrupellos aus. Nach der Kapitulation Japans 1945 wurde das am Zweiten Weltkrieg unbeteiligte Korea unter den Siegermächten geteilt. Das Gebiet nördlich des 38. Breitengrades wurde unter sowjetische Verwaltung, das südliche unter US-amerikanische Verwaltung gestellt. Die Alliierten hatten auf der Konferenz von Jalta beschlossen, dass Korea ein vereinigtes, unabhängiges Land unter einer gewählten Regierung werden sollte, legten jedoch keine Details fest. Der aufkommende Kalte Krieg verhinderte die Einhaltung dieses Versprechens. Der 38. Breitengrad wurde zur Demarkationslinie.

Die UNO, die zu diesem Zeitpunkt den USA nahe stand, übernahm am 14. November 1947 das Mandat für die Wiedervereinigung. Diese führten am 10. Mai 1948 Wahlen durch, mangels Kooperation der Sowjets aber nur im Süden. Aus diesen ging der aus dem Exil in den USA zurückgekehrte Rhee Syngman als Sieger hervor. Von manchen Beobachtern wurde die Wahl als unfair oder gefälscht bezeichnet. Rhee Syngman übernahm die Regierungsgeschäfte von den USA am 13. August 1948 und rief am 15. August die Republik Korea aus. Als Reaktion proklamierte der von den Sowjets geförderte Kim Il-sung am 9. September die Demokratische Volksrepublik Korea. Kim Il-sung galt nach westlichen Maßstäben als Diktator. Auch Rhee Syngman zeigte deutlich autokratische Tendenzen, war aber proamerikanisch und antikommunistisch eingestellt. Es gab aber eine wahrnehmbare Opposition. Die sowjetischen und amerikanischen Truppen verließen 1949 das Land.

Die USA sahen die kommunistischen Staaten dieser Zeit als einen einheitlichen Monolithen und nahmen an, dass Nordkorea als Spielfigur der Sowjets den Krieg suchte. Heute wird auf Grundlage der geöffneten Archive Russlands hingegen vor allem Kim Il-sung als die treibende Kraft gesehen, der den zögerlichen Josef Stalin überzeugte, das Risiko einzugehen - und diesen auch gegen Mao ausspielte. Sowohl die Demokratische Volksrepublik Korea als auch die Republik Korea sahen sich als Vertretung des ganzen Landes und wollten die Vereinigung unter dem jeweils eigenen System. Beide Seiten suchten die Eskalation, und so kam es bereits vor Kriegsausbruch immer öfter zu Gefechten an der Demarkationslinie.

Anfang 1949 versuchte Kim Il-sung Stalin zu überzeugen, dass die Zeit für eine konventionelle Invasion des Südens gekommen sei. Stalin lehnte jedoch ab, da die nordkoreanischen Truppen noch recht schlecht ausgebildet waren und er die Einmischung der USA fürchtete. Im Laufe des Jahres wurden seitens der Nordkoreaner deshalb große Anstrengungen unternommen, die Armee zu einer offensiven Organisation nach dem Vorbild der Sowjet-Armee zu formen. 1950 war Nordkorea dem Süden in jeder Waffengattung deutlich überlegen.

Am 12. Januar 1950 sagte der US-Außenminister Dean Acheson dem National Press Club, dass Amerikas Verteidigungslinie auf die Linie von den Alëuten über Japan, den Ryukyu-Inseln bis zu den Philippinen führen würde. Mit diesem „defensive perimeter” sagte er indirekt aus, dass die USA nicht um Korea kämpfen würden; diese wahrscheinlich unbedachte Äußerung ermutigte die Nordkoreaner und Sowjets, den Konflikt zu suchen. Bei einem erneuten Besuch Kims im März-April 1950 in Moskau genehmigte Stalin die Invasion. Andererseits muss auch gesehen werden, dass Nordkorea letztlich auch einem mehrfach von US-amerikanischer/südkoreanischer Seite angedrohtem bewaffneten Konflikt zuvorgekommen war. Es gibt viele, auch in westlichen Quellen, dokumentierte Aussagen, nachdem ein Angriff auf Nordkorea aus südkoreanischer Sicht nur eine Frage der militärischen Stärke war. (Li Syng Man [Rhee Syngman], 10. April 1949: „Wir sind heute tatsächlich in jeder Hinsicht für diese Vereinigung (mit Nordkorea) fertig, bis auf einen Punkt: Wir haben nicht genug Waffen und Munition… Wir müssen genug Streitkräfte haben, um in den Norden vorzurücken, die Verbindung mit der Armee in Nordkorea, die uns ergeben ist, herzustellen, den Eisernen Vorhang vom 38. Breitengrad bis zum Fluss Jalu zurückzuschieben und dort die Grenze gegen feindliche Infiltration zu bewachen”)

Die Volksrepublik China stand einem Krieg in Korea eher kritisch gegenüber. Mao Zedong fürchtete die Destabilisierung der Region sowie gesteigertes Interesse der USA an den asiatischen Angelegenheiten. Neben einer Ausweitung des Konfliktes auf China fürchtete er auch um seine Pläne, die Kuomintang zu besiegen, die sich nach Taiwan zurückgezogen hatten.

Kriegsausbruch

Am 25. Juni 1950 überschritten die Truppen der Nordkoreanischen Volksarmee die Grenze. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte daraufhin den Angriff. US-Präsident Harry S. Truman hatte bereits, ohne Einwilligung der UNO, Truppen nach Südkorea entsandt. Von den Sowjets gut ausgerüstet war der Angriff ein voller Erfolg für die Nordkoreaner. Bald befanden sich die südkoreanischen Truppen im Rückzug. Seoul wurde am 29. Juni erobert und wenig später kontrollierten die Nordkoreaner die gesamte koreanische Halbinsel bis auf einen schmalen Streifen im Süden um Busan. Die Frontlinie um den heute Busan Perimeter genannten Bereich lief von Masan nach Norden, ließ Daegu unter südkoreanischer Kontrolle und bog hier nach Osten ab bis zur Küste kurz unter Pohang. Mit der Versorgung und der Luftunterstützung der USA konnten die Südkoreaner ihre Lage stabilisieren.

Die Reaktion des Westens

Die UNO beschloss – in Abwesenheit der vetoberechtigten UdSSR, die wegen der Nichtanerkennung Festland-Chinas (bis 1971 war die Republik China auf Taiwan die rechtliche Vertretung Chinas, die kommunistische Volksrepublik China war kein Mitglied der UN) die Sitzungen boykottierte – eine militärische Aktion. 16 Mitgliedsländer schickten Einheiten auf die Halbinsel (davon ca. 90% US-Einheiten). Das Oberkommando erhielt der amerikanische General Douglas MacArthur. Der Vormarsch der nordkoreanischen Truppen wurde durch eine Landung im Rücken des Feindes gestoppt, kurz bevor die letzte südkoreanische Verteidigungslinie um die Hafenstadt Busan gefallen wäre.

Im September 1950 wurde nach der Landung bei Incheon Seoul von den Amerikanern zurückerobert. Mit der amphibischen Landung im Rücken der Front war die Nachschublinie der Nordkoreaner schlagartig durchschnitten, und der gleichzeitig einsetzende Gegenangriff der 8. US-Armee und südkoreanischer Streitkräfte aus dem Busan-Brückenkopf brachte die nordkoreanischen Streitkräfte in eine unmögliche Lage. Die eben noch siegreichen Armeen, die sich in einem mit aller Gewalt geführten Angriff gegen den UN-Brückenkopf völlig verausgabt hatten, wurden völlig zersprengt und lösten sich in Partisanenverbände auf, soweit sie nicht gefangengenommen oder getötet wurden. Der Angriff wurde mit Unterstützung südkoreanischer Verbände bis Pjöngjang vorangetrieben. In weiten Gebieten Südkoreas waren zu dieser Zeit noch versprengte nordkoreanische Soldaten als Partisanen aktiv. Der folgende blutige Guerillakrieg forderte zahllose unschuldige Opfer.

Südkoreanische Truppen überschritten am 30. September den 38. Breitengrad. Die UN-Truppen erhielten erst am 7. Oktober die Erlaubnis, die Grenze zu überschreiten. Ziel war nunmehr die Wiedervereinigung Koreas. MacArthur erreichte im November den Fluss Jalu an der Grenze der Mandschurei. Die Chinesen wollten ein vereinigtes Korea unter amerikanischem Einfluss nicht dulden und griffen mit einer zunächst 300.000 Soldaten umfassenden „Freiwilligenarmee” in Nordkorea ein. China war darauf bedacht, eine offizielle Einbeziehung zu vermeiden, wodurch der Charakter eines Stellvertreterkrieges verstärkt wurde. Am 1. Januar 1951 begannen 400.000 chinesische und 100.000 nordkoreanische Soldaten eine Offensive, der die 200.000 Soldaten der UN-Streitkräfte nicht standhalten konnten. Mit den US-Streitkräften flohen viele Zivilisten daraufhin in den Süden. Am 26. November brach die Schlacht um das Chosin-Reservoir aus, zugleich wurde von der nordkoreanischen Hafenstadt Hungnam aus unter dem Schutz der US-Flotte eine amphibische Rückzugsoperation durchgeführt. Am 3. Januar wurde Seoul geräumt und in der Folge eine Verteidigungslinie zwischen dem Gelben Meer und dem Japanischen Meer gebildet.

Erst im März 1951 wurde die Stadt wieder von UN-Truppen besetzt, ein Großteil der Einwohner wurde von den Kommunisten verschleppt. Die UN-Einheiten rückten wieder bis etwas über den 38. Breitengrad vor, der Krieg erstarrte hier in einem Stellungskrieg. Am 11. April 1951 wurde General MacArthur von Truman entlassen und durch General Matthew Ridgway ersetzt, da MacArthur eigenmächtig eine Ausweitung des Krieges auf China und den Einsatz von Atombomben gegen chinesische Städte gefordert hatte.

Der Waffenstillstand

Auf Vorschlag der UdSSR begannen am 10. Juli 1951 in Kaesong in Nordkorea offizielle Waffenstillstandsverhandlungen. Eine Einigung scheiterte zunächst an der UNO-Forderung, dass Kriegsgefangene nicht gegen ihren Willen in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden dürfen. Nordkorea befürchtete, dass viele Soldaten in Südkorea bleiben würden.

Am 27. April 1953 setzen die USA eine Belohnung von 100.000 US-Dollar (damals ca. 420.000 DM) für den ersten Piloten eines kommunistischen Landes aus, der mit einer MiG-15 zu den US-amerikanischen Truppen flüchtet. Das Angebot wird mit Flugblättern bekanntgemacht, die über Nordkorea abgeworfen werden. Am 21. September 1953 flieht dann ein Pilot der nordkoreanischen Luftwaffe nach Südkorea.

Nach weiteren verlustreichen Kämpfen und zähen Verhandlungen wurde am 27. Juli 1953 in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der UNO und Nordkorea abgeschlossen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest; außerdem wurde eine neutrale Repatriierungskommission zur Überwachung des Gefangenenaustausches eingesetzt.

Am 22. August 2006 drohte Nordkorea mit einem Präventivschlag, nachdem Südkorea zusammen mit den Vereinigten Staaten am 21. August ein Manöver mit 17.000 Soldaten startete, das bis zum 1. September andauern soll und von Nordkorea als Provokation empfunden wird. Der beschlossene Waffenstillstand wird dabei aus nordkoreanischer Sicht relativiert. Vermutet wird ein Zusammenhang mit nordkoreanischen Bemühungen zur Entwicklung eigener Atomwaffen.

Kriegsopfer

Der Krieg forderte unter der Zivilbevölkerung nach Schätzungen fast 3 Millionen Menschenleben. Ca. 36.000 amerikanische, 600.000 koreanische und 500.000 chinesische Soldaten fielen in den Kämpfen. 450.000 Tonnen an Bomben wurden abgeworfen (v.a. von der US Air Force), darunter allein zwischen Juni und Ende Oktober 1950 insgesamt 3.281.270 Liter Napalm. Dies ist ein Vielfaches der im Vietnamkrieg eingesetzten Menge und war wesentlich verheerender, da in Nordkorea mehr Ballungszentren mit größerer Bevölkerungsdichte und mehr Industrie als später in Vietnam existierten. Dem Historiker Conrad Crane zufolge waren zu Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen neben den großen Infrastrukturanlagen wie Stauseen 18 der 22 größten nordkoreanischen Städte wenigstens zur Hälfte dem Erdboden gleich gemacht worden. General William Dean, der seit dem Juli 1950, in der Schlacht von Daejeon, nordkoreanischer Kriegsgefangener gewesen war, erinnerte sich an die meisten nordkoreanischen Städte und Dörfer später als „Ruinen oder verschneite, leere Flächen”; fast jeder, der ihm begegnet sei, habe Angehörige im Bombenkrieg verloren.

Die zahlreichen Toten fielen nicht immer regulären Kriegshandlungen zum Opfer: Kriegsverbrechen gehörten zum Koreakrieg genauso dazu wie zum späteren Vietnamkrieg. Eins der schlimmsten Massaker von Seiten der US-Armee war am 26. Juli 1950 das Massaker von Nogeun-ri. Dort hatten sich amerikanische Soldaten in Erwartung der nordkoreanischen Armee eingegraben. Bevor jedoch die kommunistischen Kämpfer das Dorf erreichten, ergoss sich ein Strom von Flüchtlingen, die vor den Kämpfen flüchteten, über den Flecken. Die US-Soldaten, die auch infiltrierte Guerillos unter den Flüchtlingen befürchteten, eröffneten das Feuer und töteten circa 400 Zivilisten. Bis ins Jahr 2001 wies die amerikanische Regierung jeglichen Vorwurf eines Kriegsverbrechens zurück.

Von den 50.000 Kriegsgefangenen, die die USA machten, wollten nach Kriegsende nur die Hälfte wieder zurück nach Nordkorea oder China. Die nordkoreanischen Gefangenen, welche die Rückkehr verweigerten, fingen meist ein neues Leben in Südkorea an, während viele Chinesen nach Taiwan übersiedelten.

Folgen

Der Koreakrieg hat die Teilung des Landes auf Jahrzehnte hinaus zementiert. An der demilitarisierten Zone stehen sich auch im Jahr 2006 noch über eine Million Soldaten gegenüber. Trotz Versuchen der Annäherung ist bis heute kein Friedensvertrag geschlossen und eine Wiedervereinigung ist nicht in Sicht. Im Norden etablierte sich eine kommunistische Dynastie, die immer noch fest im Sattel sitzt; im Süden herrschten bis zum Ende der 1980er Jahre Zustände ähnlich einer Militärdiktatur.

Auch für die Verbündeten China und Sowjetunion sollte der Koreakrieg Folgen haben. Die Sowjetunion hatte Chinas Einmarsch in Korea mit großzügigen Krediten unterstützt, die China, selbst durch Jahrzehnte von Bürgerkrieg und japanischem Einfall gebeutelt, nun zurückzuzahlen hatte. China fühlte sich von seinem Verbündeten im Stich gelassen. Zusammen mit Rangeleien um die Vorherrschaft im Ostblock und einem militärischen Zusammenstoß an der chinesisch-sowjetischen Grenze führte das 1965 zum Bruch zwischen Moskau und Peking. China behauptet bis heute, den Koreakrieg gewonnen zu haben.

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Geschichte Koreas

4. Januar 2007 - Tags: , , , , , , &

Korea ist eine Halbinsel in Ostasien, die seit dem Ende des Koreakriegs in zwei Staaten geteilt ist. Im Norden befindet sich die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea), die südliche Hälfte ist die Republik Korea (Südkorea). Korea grenzt an die Volksrepublik China und Russland und wird von Japan durch das Ostmeer (Japanische Meer) getrennt. Da fast das ganze 2. Jahrtausend bis zur Teilung 1945 hindurch der Großteil der Halbinsel ein gemeinsames Reich bildete, konnte sich eine homogene Kultur und Gesellschaft entwickeln.


Karte von Korea

Karte von Korea






Bezeichnungen

Koreanische Namen für “Korea”

Auf Koreanisch hat das Land im Norden und im Süden verschiedene Namen. In Nordkorea wird Korea als Choson bezeichnet, was sich auf das erste koreanische Königreich (Go-Joseon) sowie die spätere Joseon-Dynastie bezieht. Eine verbreitete These sagt, dass Joseon in etwa „Morgenstille“ oder „Land, wo der frische Morgen kommt“ bedeutet, woher offenbar auch die lyrische Bezeichnung „Land der Morgenfrische/-stille“ für Korea herrührt.

In Südkorea wird es als Hanguk („Han-Reich“) bezeichnet. Dieser Begriff geht auf die historischen Staaten Mahan, Jinhan und Byeonhan zurück, die zusammen den Bund Samhan („Drei Han“) bildeten und im Zeitraum vom ersten bis vierten Jahrhundert n. Chr. bestanden. Von 1897 bis zur japanischen Besatzung 1910 trug das Land die Bezeichnung Daehan („Groß-Han“).

Westliche Sprachen

Marco Polo nannte die Halbinsel während seiner Reisen im späten 13. Jahrhundert Cauly. Dies beruht vermutlich auf der chinesischen Bezeichnung des koreanischen Königreichs Goryeo (chinesisch Gaolì). In europäischen Aufzeichnungen tauchen bis ins 20. Jahrhundert hinein die beiden Schreibweisen Corea und Korea auf. Im englischen Sprachraum setzte sich schließlich die Schreibweise Korea durch, während in romanischen Sprachen die Schreibung mit dem Buchstaben C beibehalten wurde.

Kultur

Die Kultur Koreas ist vor allem durch konfuzianische und buddhistische Bräuche geprägt.

In Südkorea kann das moderne Stadtbild zu dem Irrglauben führen, dass die Kultur sich heute nicht mehr wesentlich von westlichen Ländern unterscheidet. Tatsächlich haben dort in den letzten 20 Jahren durch einen rasanten Wirtschaftsaufschwung als einer der Tigerstaaten sowie den Übergang zur Demokratie drastische Veränderungen stattgefunden. Trotzdem sind auch in Südkorea traditionelle Denkweisen und Gebräuche tief in der Gesellschaft verwurzelt.

Kunst und Technik

Die Koreaner haben viele chinesische Handwerkskünste weiterentwickelt. So war Korea lange bekannt für seine Seide und Töpferei-Arbeiten. Auch Goldarbeiten aus Korea waren hoch angesehen.

Die ersten mit Metall gepanzerten Schiffe, die sogenannten Schildkrötenschiffe (Geobukseon), wurden in Korea entwickelt und gegen die japanischen Invasoren erfolgreich eingesetzt.

In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall angewandt.

Sprache und Schrift

Die koreanische Sprache wird weltweit von etwa 78 Millionen Menschen gesprochen. Geschrieben wird sie fast ausschließlich mit der eigenen Schrift Hangeul, gelegentlich kommen auch chinesische Schriftzeichen (die sogenannten Hanja) zur Anwendung. Hangeul ist eine 1446 im Auftrag von König Sejong entwickelte Buchstabenschrift mit 40 Zeichen. Da sie sehr logisch aufgebaut ist und gut an die koreanische Aussprache angepasst ist, gilt sie als leicht erlernbar – Gelehrte bezeichneten sie ursprünglich verächtlich als „Morgenschrift“, da sie – im Gegensatz zur chinesischen Schrift – an einem Morgen erlernbar sei.

Die Transkription von Hangeul in die lateinische Schrift erfolgt nach zwei Systemen: die McCune-Reischauer-Romanisierung, die in einer leichten Variation in Nordkorea angewandt wird, sowie die Revidierte Romanisierung, die seit dem Jahr 2000 in Südkorea als offizielle Umschrift gilt. Die Tatsache, dass beide Umschriften nach wie vor verwendet werden, kann bei Ausländern zu Verwechslungen führen.

Geschichte

Prähistorisch

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Halbinsel vor rund 18.000 bis 12.000 Jahren besiedelt war.

Die Ur-Bevölkerung der Halbinsel bilden Nomadenstämme aus dem sibirisch-mongolischen Raum.

Sogenannte Kammkeramiken mit Fischgrätenmuster (jeulmuntogi) wurden in allen Landesregionen gefunden. Diese waren auch in Sibirien und an Oka und Wolga verbreitet. Sie unterscheiden sich wesentlich von chinesischen und japanischen Funden des Neolithikum.

Nach weiteren Einwanderungswellen bildete sich im Neolithikum und der Bronzezeit ein homogenes Han-Volk heraus. Auffällig sind die vielen Megalithfunde in Korea, die 60% der Megalithen der Welt darstellen, so dass Korea auch das “Königreich der Dolmen” genannt wird. In diesen Dolmen-gräbern wurde Bronze- und Jadeschmuck gefunden.

Nach derzeitigem Forschungsstand sind die Koreaner aus dem Tungusenstamm der Yemaek hervorgegangen.

Go-Joseon

Die klassische Legende in Korea besagt, dass das erste Königreich Go-Joseon (etwa:Alt-Joseon) im Jahre 2333 v. Chr. durch den Halbgott Dangun Wanggeom gegründet wurde.

Es gab aber auch ein echtes historisches Go-Joseon, das in den ersten Jahrhunderten vor Christus in Nordkorea und der Mandschurei lag mit der Hauptstadt Asadal das Historiker in der Gegend um Pjöngjang vermuten.

In der Endphase seiner Existenz spalteten sich einige Teilstaaten ab, so im Norden Goguryeo, in der Mandschurei Buyeo, in Nordkorea Okjeo und Dongye die nach und nach in Goguryeo aufgingen.

Wie ein Fund eines Bronzeschildes mit einer Darstellung derselben zeigt, gab es spätestens 300 v.Chr. in Korea sogenannte sottae , schamanistische Pfähle auf deren Spitze drei Vögel sitzen und die auch heute noch viele Dörfer am ersten Vollmondtag des Jahres am Dorfeingang zieren. (Der Schild ist heute im Nationalmuseum von Seoul zu sehen). Die Vögel waren glückverheißende Überbringer von Getreidesamen.

Wiman-Joseon

Nachdem Wei Man, ein auf eigene Faust handelnder chinesischer General 194 v. Chr. nach Go-Joseon kam und dort kurz darauf die Macht an sich gerissen hatte, wurde das Land, wie unter seinen Nachfolgern auch Wiman-Joseon genannt. Es beherrschte jedoch nicht die ganze koreanische Halbinsel, im Süden gab es ein Reich Jin, über das wenig bekannt ist, da es entweder keine Schrift kannte oder keine schriftliche Zeugnisse überliefert wurden (nicht zu verwechseln mit chinesischen Jin Dynastien). Die Schrift und chinesische Religionen/Lehren wie Konfuzianismus und Buddhismus gelangten nach Korea (vorerst nur nach Norden). Wiman-Joseon arrangierte sich eine Zeit mit Han China, wurde aber schließlich in dieses Reich eingegliedert.

Die Kommandanturen, Samhan und das frühe Goguryeo

Die chinesischen Nachfolgekolonien (Kommandanturen Xuantu, Lelang und später Daifang) konnten sich jedoch fast alle (bis auf Lelang) nur kurz halten.

Es bildeten sich koreanische Nachfolgestaaten von Go-Joseon. Während Goguryeo als erstes entstanden war, bildeten sich aus den Resten Jins im Süden zunächst die Samhan Konföderation, aus der dann Baekje und Silla und dazwischen die kleine Gaya Föderation entstand.

Wie zahlreiche Funde von Ritualgeräten wie Rasseln und Spiegel belegen gab es gleichartige religiöse Rituale in Nord (Joseon) und Süd (Jin und Folgestaaten).

Die Zeit der Drei Reiche beginnt

In den ersten Jahrhunderten n. Chr. konnten sich schließlich die Königreiche Goguryeo, Baekje und Silla durchsetzen – die sogenannten Drei Reiche von Korea. Der Buddhismus wurde in dieser Zeit in ganz Korea eingeführt.

Zunächst war Goguryeo im Norden das deutlich mächtigste Reich, es geriet aber immer mehr in Gegensatz zu China.

Die Drei Reiche bekämpfen sich

313 eroberte Goguryeo die chinesische Kolonie Lolang, die etwa an der heutigen Grenze zwischen den beiden Koreas liegt. Es war damit erstmals Nachbar von Baekje und Silla und es entstanden Konflikte mit beiden kleineren Reichen, die sich jahrhunderte lang hinzogen. Japan und China waren als Verbündete gefragt.

Im Jahr 655 verbündete sich Silla mit der chinesischen Tang-Dynastie und besiegte zunächst 660 Baekje und im Jahre 668 auch Goguryeo. In beiden Fällen profitierte es von innerer Zerrissenheit der Gegner.

Groß-Silla

Nach dem Sieg über die anderen Teilreiche beherrschte Silla Jahrhunderte bis 918 die Halbinsel. Die Kultur erreichte ihren Höhepunkt, die Hauptstadt die an der Stelle des heutigen Gyeongju lag, war eine für ihren Reichtum berühmte Millionenstadt.

Im äußersten Norden der koreanischen Halbinsel und vor allem in der Mandschurei entwickelte sich das Königreich Balhae das Teile der geflohenen Bevölkerung Goguryeos aufnahm. Da es etwa zeitgleich mit Silla unterging kehrten viele Koreaner auf die koreanische Halbinsel zurück.

Goryeo

Das Reich Goryeo folgte dem Silla-Reich und hatte von 918/935 bis 1392 Bestand mit der neuen Hauptstadt Kaesong in Zentralkorea. In dieser Zeit wurde ein richtiges Staatssystem aufgebaut. 1231 wurde die Halbinsel von Mongolen erobert, und nach 30 Jahren ergab sich auch die zunächst geflohene Königsfamilie nach Jahren des Asyls auf der Insel Gangwha. In den folgenden 150 Jahren wurden die Koreaner von den Mongolen dominiert, die auch China beherrschten.

Joseon-Dynastie

1392 wurde der koreanische General Yi Seong Gye in das Kaiserreich China entsandt, um gegen die neue Ming-Dynastie zu kämpfen, die die Mongolen abschüttelte. Stattdessen tat er sich mit den Chinesen zusammen und kam zurück, um die Goryeo-Dynastie zu beseitigen. Als Folge konnte sich die Joseon-Dynastie etablieren. Im Jahre 1394 wurde die Hauptstadt nach Seoul verlegt und der schon vorher etablierte aber nicht dominierende Konfuzianismus wurde als offizielle Religion propagiert. Während dieser Periode erfand der König Sejong (vermutlich als Chef eines zu diesem Zwecke gebildeten Stabes von Gelehrten) im Jahre 1443 das koreanische Alphabet Hangeul.

Zwischen 1592 und 1598 wurde Korea im Imjin-Krieg verschiedentlich von den Japanern heimgesucht. Diese Invasion auf Befehl des japanischen Oberfeldherrn Hideyoshi der auch China erobern wollte führte zu schwersten Verwüstungen und Zerstörungen, wie sie erst der Koreakrieg wieder mit sich brachte. Admiral Yi Sunsin, Koreas berühmtester Militärführer, war maßgeblich daran beteiligt, das Land gegen die Japaner zu verteidigen. Er hatte das erste gepanzerte Kriegsschiff der Geschichte erfunden, eine wendige Galeere, die wegen ihres gewölbten bronzegepanzerten Oberdecks Schildkrötenschiff (Geobukseon) genannt wurde. Diese Schiffe vernichteten die japanischen Nachschubflotten und Ming-China wehrte sich energisch, so dass Hideyoshi seine Truppen zurückziehen musste.

Im 17. Jahrhundert kam Korea unter die Vorherrschaft der Mandschu, die auch China eroberten. Katholische Missionare kamen zuerst aus China nach Korea. Der neue Glaube wurde zunächst nicht toleriert und gewaltsam verfolgt. 1886 hörten die Verfolgungen auf, und 1899 wurde in Korea die Religionsfreiheit gewährt. Pjöngjang wurde wegen vieler Kirchen und rund 300.000 Gläubigen zu dieser Zeit auch als „Jerusalem des Ostens“ bezeichnet.

Politisch verweigerte sich Korea vom 17. bis zum 19. Jahrhundert einer Öffnung des Landes nach außen. Alle Grenzen wurden geschlossen und jeglicher Kontakt zum Ausland, mit Ausnahme zum Kaiserreich China, wurde abgebrochen. Als Folge davon wurde Korea im englischen Sprachraum Hermit Kingdom („Einsiedler-Königreich“) genannt. Symptomatisch für die Abschottung des Landes ist die Affäre um das amerikanische Schiff USS General Sherman, das 1866 über den Taedong-Fluss nach Korea eindrang und daraufhin von aufgebrachten Volksmassen in Brand gesetzt wurde. 1871 kam Korea zum ersten militärischen Kontakt mit den Vereinigten Staaten, in Korea bekannt als der Shinmiyangyo. Ab 1876 zwang Japan den Koreanern Handelsabkommen auf. China förderte jetzt ebenfalls die Öffnung des Landes (siehe Paul Georg von Möllendorff) und suchte den japanischen Einfluss zurückzudrängen. Nach dem ersten Chinesisch-Japanischen Krieg (1894-1895) und dem Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) hatte sich Japan jedoch als dominante Kraft in Ostasien etabliert. Dies wurde durch die Ermordung von Königin Min unterstrichen. Am 25. Juli 1907 wurde Korea ein Protektorat Japans, und 1910 offiziell annektiert.

Korea unter japanischer Herrschaft

Nach der Annexion 1910 war Korea eine japanische Kolonie bis zum 15. August 1945, als Japan offiziell im Zweiten Weltkrieg kapitulierte.

Während der Kolonialzeit wurden den Koreanern viele Rechte verwehrt. Dies beinhaltete unter anderem das Recht auf Versammlung und Organisation, Redefreiheit und eine unabhängige Presse. Das japanische Schulsystem wurde eingeführt und Fächer wie koreanische Geschichte und Sprache mussten den entsprechenden japanischen Gegenstücken weichen.

Transport- und Kommunikationswege wurden im ganzen Land aufgebaut. Dies unterstützte den japanischen Handel und die Kolonialwirtschaft. Koreanern war es verboten, im Handel tätig zu sein. Viele Bauern verloren ihr Land, nachdem sie von den Japanern enteignet wurden. Dies war vor allem dann der Fall, wenn die Bauern das Land nicht von der Kolonialmacht registrieren ließen. Ein fundamentales Problem war, dass die Japaner gemeinsamen Grund, wie er in Korea weitverbreitet war, nicht anerkannten.

Nach dem Tod des ehemaligen Königs Gojong fanden am 1. März 1919 landesweit Demonstrationen gegen die japanische Besatzung statt. Eine Unabhängigkeitserklärung wurde in Seoul ausgerufen. Es wird geschätzt, dass zwei Millionen Leute sich auf die Straßen begaben. Der friedliche Protest wurde von Japan brutal unterdrückt. Es wird geschätzt, dass 47.000 Menschen verhaftet, 7.500 getötet und etwa 16.000 verwundet wurden.

Demonstrationen gegen Japan nahmen aber kein Ende. Ende November 1929 revoltierten die Studenten im ganzen Land. Die eiserne Herrschaft wurde im Jahre 1931 wieder eingeführt. Nach dem Zweiten Sino-Japanischen Krieg 1937 und während des Zweiten Weltkriegs versuchte die Kolonialmacht, Korea als Nation auszulöschen. Die Verehrung der japanischen Shinto-Schreine wurde obligatorisch. Das Schulsystem wurde radikal überholt, um der veränderten Politik gerecht zu werden. Japanische Namen wurden den Koreanern aufgezwungen, während traditionelle koreanische Feste verboten wurden. Zeitungen durften nicht mehr in Koreanisch erscheinen, und Koreanische Geschichte wurde als Fach aus den Universitäten verbannt. Hunderttausende von Koreanern wurden nach Japan verfrachtet und mussten in japanischen Minen und Fabriken arbeiten. Viele Männer wurden ins japanische Militär zwangsrekrutiert, um gegen die Republik China zu kämpfen, während viele Frauen zur Zwangsprostitution beziehungsweise sexuellen Sklaverei gezwungen wurden und als so genannte Trostfrauen japanischen Soldaten dienen mussten (siehe auch Koreanische Minderheit in Japan).

Während der japanischen Besetzung existierte eine provisorische Exilregierung in China. Außerdem gab es umfangreiche Partisanenaktivitäten, gestützt vor allem von aus Nordchina und Russland aus operierenden kommunistischen Guerillatruppen.

Die Teilung Koreas

Die Dorasan-Station an der Grenze zu NordkoreaGegen Ende des Zweiten Weltkriegs gelang es den USA und der UdSSR nicht, Einigkeit über die Zukunft Koreas zu erzielen. Zwar war schon in der Kairoer Konferenz von 1943 festgelegt worden, dass Korea nach der Kapitulation Japans einen unabhängigen Staat bilden sollte. Allerdings sollte dies erst nach einer gewissen Übergangszeit (”in due course”) erfolgen, da beide Seiten der Meinung waren, dass das Land nach Jahren der Fremdherrschaft politisch und wirtschaftlich komplett wiederaufgebaut werden müsse. Die Sowjets nahmen schließlich den Vorschlag der Amerikaner an, Korea vorläufig entlang des 38. Breitengrads in zwei Besatzungszonen zu teilen. Die nördliche Zone sollte dabei unter sowjetische Verwaltung gestellt werden, die südliche den Amerikanern unterstellt werden. Die japanische Besatzungsmacht in Korea kapitulierte schließlich am 9. September 1945, im Norden gegenüber der roten Armee, im Süden gegenüber den amerikanischen Truppen.

Die südliche Zone wurde vollständig unter die Verwaltung des amerikanischen Militärs gestellt, deren Oberbefehlshaber General Douglas MacArthur war. Die ehemalige koreanische Exilregierung wurde von den Amerikanern wegen angeblicher kommunistischer Unterwanderung nicht anerkannt.

Die UdSSR begann nach ihrem Einmarsch in den Norden Koreas, ihre Zone nach kommunistischen Vorstellungen umzuformen, wenn auch zunächst nicht in dem Maße wie in den osteuropäischen Staaten. Im Zuge einer Landreform wurden die japanischen Großgrundbesitzer enteignet, wichtige Industriezweige wurden verstaatlicht. Die Sowjets hatten ein strategisches Interesse daran, einen ihnen wohlgesonnenen koreanischen Pufferstaat aufzubauen, da Korea im Allgemeinen als mögliche Operationsbasis für einen japanischen Angriff galt. Dieses Vorhaben schien um so wichtiger, da sich Japan nach seiner Kapitulation rasch zu einem Verbündeten der USA entwickelte. Einflussreichster Vertreter der Sowjets in Korea bis zur Gründung der KDVR war Generaloberst Terenti F. Schtykow.

Nachdem die Verhandlungen zwischen den beiden Supermächten über ein vereinigtes Korea bis 1947 ergebnislos verliefen, brachten die USA die Koreafrage vor die Vereinten Nationen. Dies wurde von der sowjetischen Seite als Verstoß gegen die Abmachung, dass die Koreafrage von einer amerikanisch-sowjetischen Kommission gelöst werden solle, gewertet. Die UdSSR beteiligte sich fortan nicht an Konferenzen der Vereinten Nationen zu diesem Thema.

Am 14. November 1947 erreichten die USA eine UN-Resolution, die freie Wahlen, den Abzug aller ausländischen Truppen und die Schaffung einer UN-Kommission für Korea vorsah. Die UdSSR boykottierte die Abstimmung und sah die Resolution deshalb als nicht bindend an.

Am 10. Mai 1948 fanden im Süden freie Wahlen statt, die Syngman Rhee gewann. Allerdings wurden die Wahlen von den linken Parteien boykottiert. Am 13. August 1948 übernahm Syngman Rhee offiziell die Regierungsgeschäfte von der amerikanischen Militärregierung. Der sowjetische kontrollierte Norden beantwortete dies mit der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea am 9. September 1948, deren erster Präsident Kim Il-sung wurde. Beide Regierungen sahen sich als rechtmäßige Regierung über ganz Korea an und kündigten darüberhinaus an, diesen Anspruch auch militärisch durchsetzen zu wollen.

Dies führte im Juni 1950 zum Koreakrieg, der die bis heute andauernde Teilung Koreas festschrieb.

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Das obige Bild basiert auf dem Bild "Das geteilte Korea" aus der freien Mediendatenbank Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Johannes Barre.

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DMZ - Demilitarisierte Zone (Korea)

4. Januar 2007 - Tags: , , , , , , &

Die demilitarisierte Zone (DMZ) teilt Korea in Nord- und Südkorea auf. Sie wurde nach dem drei Jahre dauernden Koreakrieg im Jahre 1953 eingerichtet und läuft von West-Südwest nach Ost-Nordost quer über die Halbinsel, wobei sie nördlich Seouls den 38. Breitengrad schneidet, der bis zum Kriegsausbruch die Grenze zwischen beiden Staaten bildete. Die DMZ ist 248 km lang und ungefähr 4 km breit. In ihrer Mitte verläuft die Militärische Demarkationslinie (MDL), de facto die Grenze zwischen beiden koreanischen Staaten. Die DMZ wird von der aus Vertretern beider Seiten bestehenden Waffenstillstandskommission MAC (von engl. Military Armistice Commission) verwaltet. Das Betreten der DMZ ohne Genehmigung der Waffenstillstandskommission ist beiden Seiten grundsätzlich untersagt.


Der Bahnhof Dorasan, dessen Schienen im Moment an der DMZ enden, soll in Zukunft Haltestelle auf dem Weg nach Nordkorea sein. Er ist Teil der alten koreanischen Gyeongui-Linie.

Der Bahnhof Dorasan, dessen Schienen im Moment an der DMZ enden, soll in Zukunft Haltestelle auf dem Weg nach Nordkorea sein. Er ist Teil der alten koreanischen Gyeongui-Linie.





Geschichte

Als die japanischen Besatzungsmacht 1945 nach dem Ende des zweiten Weltkriegs aus Korea abgezogen war, teilten die USA und die Sowjetunion die Halbinsel am 38. Breitengrad in zwei Hälften, die jeweils einer der beiden Mächte unterstellt wurde. Nachdem sich in beiden Teilen Regierungen bildeten, die Anspruch auf die gesamte Halbinsel erhoben, eskalierte der Konflikt 1950 zum Koreakrieg. Im Waffenstillstandsvertrag wurde 1953 die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone geregelt, die beide Staaten voneinander trennt.

Angesichts der Tatsache, dass beide koreanische Staaten sich noch heute formell im Kriegszustand befinden, kam es in der DMZ nur zu wenigen direkten Konflikten. Neben einer Reihe von Überläufen von beiden Seiten war ein Streit im Jahr 1976 über das Fällen eines Baums an der MDL, in dessen Verlauf zwei US-amerikanische Soldaten von Nordkoreanern getötet wurden, der einzige ernsthafte Zwischenfall. Im Zeitraum von 1974 bis 1990 wurden insgesamt vier Tunnel gefunden, die vom Norden aus unter der DMZ in den Süden gegraben wurden, um im Kriegsfall Militäreinheiten unbehelligt durch die DMZ zu transportieren. Es wird vermutet, dass es weitere, noch nicht entdeckte Tunnel gibt. Heute können einzelne Tunneleingänge von Touristen besichtigt werden.

Panmunjeom

In der DMZ befindet sich der Ort Panmunjeom, an dem 1953 der Waffenstillstand unterschrieben wurde. Panmunjeom ist auch das Hauptquartier der Waffenstillstandskommission MAC. Seit dem Ende des Koreakrieges haben dort wiederholt Verhandlungen zwischen beiden Seiten stattgefunden.

Sonstige Siedlungen

Darüberhinaus gibt es zwei kleine Dörfer. Daesong-dong („Dorf des großen Erfolgs“) – das amerikanische Militär bevorzugt die Bezeichnung Freedom Village („Freiheitsdorf“) – befindet sich auf der Südseite der MDL. Es ist ein traditionelles Dorf und wird von der südkoreanischen Regierung scharf kontrolliert. Wohnen darf dort nur, wer schon bei Abschluss des Waffenstillstands 1953 dort gewohnt hat oder von einem dieser Einwohner abstammt. Die Bewohner dürfen bei Einbruch der Dunkelheit ihre Häuser nicht mehr verlassen, erhalten aber im Gegenzug eine Reihe von Vergünstigungen; u. a. sind sie vom Militärdienst befreit und müssen auch keine direkten Steuern bezahlen. An der nordkoreanischen Seite befindet sich Kichong-dong („Friedensdorf“). Es gilt als „Propagandadorf“, in dem sich hauptsächlich nordkoreanische Soldaten aufhalten sollen. Früher wurde von dort aus nordkoreanische Propaganda über Lautsprecher in südkoreanische Richtung verbreitet.

Natur

Abgesehen von den erwähnten Siedlungen sowie einer großen Anzahl Landminen, Panzersperren und Stacheldrahtzäunen ist die DMZ vom Menschen weitgehend unberührt. Da sich niemand ohne ausdrückliche Genehmigung der MAC in der DMZ aufhalten darf, konnte sich innerhalb von Jahrzehnten eine naturbelassene Tier- und Pflanzenwelt (Urwald) entwickeln.

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Shirts - Chinesische, koreanische & japanische Motive

3. Januar 2007 - Tags: , , , , , , , &



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