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Eröffnung Ostasien-Forum

26. April 2007 - Tags: , , , &

Unser lange angekündigtes Ostasien-Forum ist seit heute online und steht Euch für Fragen und Tipps zu China, Korea & Japan offen. Wenn Ihr schon mal im östlichen Teil Asiens unterwegs gewesen seid, dann lasst uns an Eurem Wissen teilhaben. Diejenigen, die gerade ihre Reisevorbereitungen ausarbeiten, werden es Euch danken!

Nachfolgend findet Ihr die einzelnen Foren, die begierig auf Eure Beiträge warten:

China - Restaurants — Hilfe! Chopsticks! & Sonstiges
China - Unterkünfte — Backpacker´s Paradise oder *****-Hotel?
China - Transport — Von A nach B mit Taxi, Bus, Bahn, etc.
China - Uni & Praktika — Tipps zu Studium & Praktika

Korea - Restaurants — Kimqi! Scharf aber sehr lecker & Sonstiges
Korea - Unterkünfte — Backpacker´s Paradise oder *****-Hotel?
Korea - Transport — Von A nach B mit Taxi, Bus, Bahn, etc.
Korea - Uni & Praktikum — Fragen & Tipps zu Studium & Praktika

Japan - Restaurants — Sushi! Yummy! & Sonstiges
Japan - Unterkünfte — Backpacker´s Paradise oder *****-Hotel?
Japan - Transport — Von A nach B mit Taxi, Bus, Bahn, etc.
Japan - Uni & Praktika — Tipps zu Studium & Praktika

Go haoooa!
Go travel!

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haoooa! Buche Deinen Flug & schau Dir die weite Welt an

7. April 2007 - Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , &

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Landkarte

18. Januar 2007 - Tags: , , , , , &

Auf dieser Karte seht Ihr zukünftig kleine rote Marker, die die Orte in China, Korea und Japan markieren, über die wir Berichte und Beiträge geschrieben haben. Einfach anklicken und Ihr werdet zum jeweiligen Beitrag geleitet. Zoom into the map and discover East Asia!


(Leider funktioniert die Anzeige der Karte derzeit nicht mit dem Browser IE.)





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Tokyo | Tokio

4. Januar 2007 - Tags: , &

Tokio (auch: Tokyo, jap. Tokyo, wörtlich: östliche Hauptstadt) liegt in der Kanto-Region im Osten der Insel Honshu. Seit 1603, dem Beginn des Tokugawa-Shogunates, ist das ehemals unbedeutende Fischerdorf Edo das Zentrum von Japans Politik und Verwaltung. Seit 1868 ist Tokio auch offizielle Hauptstadt und Sitz des Tenno.

In der eigentlichen Stadt leben 8.483.050 Menschen. Mit 36.769.213 Einwohnern im Ballungsraum ist Tokio die größte Metropolregion der Welt (Stand jeweils 1. Oktober 2005). Die Region ist das Finanz-, Industrie-, Handels- und Kulturzentrum Japans mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen. Tokio ist auch Sitz der Universität der Vereinten Nationen (UNU).


Yasukuni-dori in Shinjukua, Tokyo

Yasukuni-dori in Shinjukua, Tokyo






Drei Definitionen von Tokio

Vielen westlichen Beobachtern ist nicht klar, dass es keine Stadt Tokio im administrativen Sinn gibt. Die „Stadt“ Tokio als politische Einheit wurde 1943 aufgelöst. Tokio hat in den westlichen Sprachen heute drei verschiedene Definitionen, die in Japan selbst alle unterschiedliche Namen tragen.

Die 23 Stadtbezirke (jap. Nijusan-ku) auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt Tokio, also den Kernbereich. Jeder Stadtbezirk ist administrativ eine einer Stadt gleichgestellte eigenständige Kommune. Auf Englisch nennen sich die Hauptstadtbezirke neuerdings offiziell City (Shinjuku City, Shibuya City) und nicht mehr wie früher Ward (Stadtbezirk).

Den Ballungsraum (jap. Shutoken, Hauptstadtbereich), der die Stadtbezirke und alle Vororte im Einzugsbereich in insgesamt acht Präfekturen umfasst (unter anderem auch die Millionenstädte Yokohama und Kawasaki).
Die Präfektur Tokio (jap. Tokyo-to), die sich neben den 23 Hauptstadtbezirken auch noch über den westlichen Teil des Ballungsraumes, Ausläufer der Japanischen Alpen und sogar abgelegene Pazifikinseln ausbreitet.
Dieser Artikel behandelt Tokio als organisches Stadtgebilde, also im Sinn der Definitionen 1 und 2. Politische, volkswirtschaftliche und geografische Informationen zu Tokio finden sich im Artikel Präfektur Tokio.

In der westlichen Berichterstattung hat das Fehlen einer „Stadt Tokio“ einige Irrtümer hervorgerufen. Die oft irrtümlich als Einwohnerzahl des „Großraums Tokio“ in den Medien genannten 12 oder 13 Millionen Einwohner sind in Wirklichkeit die Einwohnerzahl der Präfektur Tokio inklusive der Gebirgsdörfer und abgelegenen Pazifik-Inseln, aber ohne den Rest des Ballungsraumes in anderen Präfekturen.

Daneben wird der Gouverneur der Präfektur Tokio (jap. Tochiji), derzeit Shintaro Ishihara, meist fälschlich als „Bürgermeister“ Tokios bezeichnet. Der 1991 von Kenzo Tange erbaute Wolkenkratzer der Präfekturverwaltung in Shinjuku im Stil einer Kathedrale figuriert meist falsch als Tokios „Rathaus“.

Geographie

Geographische Lage

Tokio liegt an der Tokiobucht auf der Insel Honshu, der größten der vier Hauptinseln des japanischen Archipels, in der Kanto-Ebene (Kanto-heiya) durchschnittlich sechs Meter über dem Meeresspiegel. Die 23 autonomen Bezirke der Stadt Tokio haben eine Fläche von 621,45 Quadratkilometern, die gesamte Metropolregion hat eine Bodenfläche von 5.258 Quadratkilometern. Die geografischen Koordinaten sind 35,41 Grad nördlicher Breite und 139,46 Grad östlicher Länge.

Kanto ist das Gebiet, das in weitem Bogen um die Tokiobucht liegt. Der Name Kanto bedeutet „östlich der Barriere“ – eine historische Bezeichnung. (Kansai, also „westlich der Barriere“, ist das Gebiet um Osaka.) Mit „Barriere“ sind die Berge in der Region Chubu gemeint.

Kanto ist die größte Ebene in Japan. Durch frühere, gewaltige Vulkanausbrüche des in den letzten Jahrhunderten eher ruhigen Fujisan wurde fast die komplette Ebene mit fruchtbarer, vulkanischer Asche eingedeckt – dem sogenannten kanto romu so. Dazu kommt die große Tokiobucht, die tief genug ist, um als Hafen zu fungieren, und flach genug, um dem Meer größere Flächen abzuringen.

Geologie

Tokio liegt in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Welt. Kleine Erdbeben sind in der Stadt nichts Außergewöhnliches. Während der sehr aktiven Phasen können kleine, bemerkbare Erdbeben fast täglich auftreten. Trotz aller Anstrengungen ist den Wissenschaftlern eine wirksame Erdbebenvorhersage bisher noch nicht gelungen.

Eine der bekanntesten Theorien stammt von Kawasumi Hiroshi, Präsident des Instituts für Erdbebenforschung der Universität von Tokio. Er hat alle Erdbeben in Tokio seit dem Jahre 818 mit einer Stärke von über 5 auf der Richter-Skala analysiert und festgestellt, dass sich durchschnittlich alle 69 Jahre ein größeres Erdbeben ereignet. Demnach hätte das nächste große Beben im Jahre 1992 stattfinden müssen. Allerdings ist dies eine rein statistische Berechnung, die keine geologischen Gegebenheiten berücksichtigt und deshalb zur Vorhersage völlig ungeeignet ist. Eine erheblich differenziertere Betrachtung nahm Professor Ishibashi Katsuhiko von der Universität in Kobe vor. Nach seiner Feststellung ereignen sich die Erdbeben immer in einem gewissen Zyklus. Am Anfang kommen mehrere kleinere Beben; ein großes Beben bildet dann immer den Abschluss dieses Zyklus’.

Eines der schwersten Erdbeben war das Große Kanto-Erdbeben am 1. September 1923. Weitere schwere Beben ereigneten sich in den Jahren 1615 (Stärke 6,4), 1649 (7,1), 1703 (8,2), 1855 (6,9) und 1894 (7,0). Bei dem Genroku-Erdbeben am 31. Dezember 1703 wurden Tokio und andere Städte in der Umgebung zerstört. Etwa 200.000 Menschen kamen in der Region ums Leben.

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone, weshalb das ganze Jahr relativ milde und angenehme Temperaturen herrschen. Die Sommer sind heiß und feucht, die Winter trocken und sonnig. Von Ende Juni bis Mitte Juli dauert die Regenzeit (Tsuyu), mit täglichen Regenschauern. Mitte Juli bis Ende August ist es anhaltend heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Taifune drohen im September oder Oktober, dauern aber selten länger als einen Tag. Sie entstehen meist im Sommer oder Frühherbst im Nordpazifik westlich der Datumsgrenze und nördlich des 5. nördlichen Breitengrades am Rand des Kalmengürtels und wandern dann meistens zuerst nordwestlich in Richtung Vietnam, Philippinen und China. Wenn sie das Festland nicht erreichen, drehen sie in nordöstliche Richtung ab und suchen Korea und Japan heim. In Tokio bringen Taifune starke Windböen und Regenfälle, schwächen sich dann aber allmählich ab, je weiter sie ins Inland vordringen.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Tokio beträgt 15,6 °C, die jährliche Niederschlagsmenge im Mittel 1.410 Millimeter. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 27,1 °C, der kälteste der Januar mit 5,2 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 186 Millimeter, der wenigste im Januar mit 45 Millimeter im Mittel.

Geschichte

Ursprung

Wie archäologische Funde belegen, war das Stadtgebiet schon in der Steinzeit besiedelt. Ursprünglich war Tokio unter seinem früheren Namen Edo ein kleiner Fischereihafen. Um das Jahr 1457 ließ der damalige Daimyo Ota Dokan nahe dem Dorf eine Burg bauen. Die Siedlung erlangte erst 1590 Bedeutung, als sie in den Besitz des Shogun Tokugawa Ieyasu (1543–1616) überging.

Neuzeit

Tokugawa Ieyasu bestimmte Edo 1603 zur Hauptstadt des Shogunats, der wahren Macht in Japan, während der machtlose Tenno (Kaiser) weiterhin in der offiziellen Hauptstadt Kyoto residierte. Die Edo-Burg wurde während seiner Regierungszeit restauriert und erweitert.

Tokio wurde häufig von verheerenden Erdbeben und großen Bränden heimgesucht. So forderte etwa 1657 ein Großbrand mehrere Tausend Menschenleben und zerstörte mehr als 60 Prozent des damaligen Stadtgebietes. Das Shogunat nutzte diese Gelegenheit für eine Neuordnung der Stadtstrukturen, die hauptsächlich der Brandverhütung und der Verstärkung der Verteidigungsanlagen der Edo-Burg diente. In dieser Phase wurden systematisch Schreine und Tempel in Außenbezirke transportiert und Stadtbewohner in neu gebaute Außenbezirke umgesiedelt.

Für ein schnelles Wachstum der Stadt sorgte der Befehl Tokugawa Ieyasus an seine Daimyo, in Edo eigene Residenzen zu errichten, wo ihre Familien praktisch als Geiseln gehalten wurden (Sankin-kotai-Verfügung). Zahlreiche Handwerker und Kaufleute, die zur Versorgung des Hofes gebraucht wurden, ließen sich Anfang des 18. Jahrhunderts in Edo nieder. Im Jahre 1868 wurde auf Veranlassung des Meiji Tenno (Mutsuhito, 1852–1912) der kaiserliche Hof nach Edo verlegt und die Stadt in Tokyo („östliche Hauptstadt“) umbenannt.

1872 zerstörte ein Großbrand die Bezirke Ginza und Marunouchi. Der Wiederaufbau und die damit verbundene Modernisierung des Stadtbildes erfolgten nach westlichem Vorbild. Die Planung hierfür wurde einem englischen Architekten übertragen, der das Stadtbild mit einer Mischung europäischer Stile prägen wollte (Straßen nach Pariser und Bauweise der Häuser nach Londoner Vorbild). Trotz einer gewissen Ambivalenz in der Bevölkerung ob der vollkommen neuen, westlichen Bauten, die ein geschlosseneres Wohngefühl vermittelten, ließ der damalige Gouverneur Yuri Kimimasa Handwerker und Bauleute nach Tokio kommen, um mit den Arbeiten zu beginnen. Gerade im Stadtteil Ginza sollte der Wiederaufbau so schnell wie möglich beginnen, da dort eine Bahnlinie zwischen Yokohama und Shinbashi eingeweiht werden sollte. Indem man traditionelle Wohn- und Lagerhäuser in Nebenstraßen versetzte, machte man Platz für die neue Architektur.

Moderne

Die schwerste Naturkatastrophe in der neueren Geschichte Tokios war das Große Kanto-Erdbeben und Feuer vom 1. September 1923, bei dem ein Großteil der Stadt zerstört wurde. Beim im Jahre 1930 beendeten Wiederaufbau entstanden über 200.000 neue Gebäude, darunter viele nach westlichem Muster, sowie sieben Stahlbetonbrücken über den Fluss Sumida und einige Parks.

Im Zweiten Weltkrieg begannen die USA am 24. November 1944 mit der Bombardierung Tokios, und auch am 25. Februar und am 9. März 1945 flogen amerikanische Bomber schwere Luftangriffe. Ganze Stadtteile mit in traditioneller Holzbauweise errichteten Gebäuden wurden ein Raub der Flammen, über 100.000 Menschen starben. Auch der historische Kaiserpalast wurde vernichtet.

Während der alliierten Besetzung Japans war Tokio von September 1945 bis April 1952 von amerikanischen Truppen besetzt. Danach erlebte die Stadt eine Phase raschen Wachstums.

Vom 10. Oktober bis 24. Oktober 1964 fanden in Tokio die XVIII. Olympischen Sommerspiele statt.

Am 20. März 1995 verübten Mitglieder der Omu Shinrikyo (Aum-Sekte) einen Sarin-Anschlag auf die Tokioter U-Bahn. Dabei starben zwölf Menschen, und über 5.500 wurden verletzt.

Ausblick in die Zukunft

Für die nähere Zukunft sagen Seismologen für Tokio ein verheerendes Erdbeben in der Größenordnung des Großen Kanto-Erdbebens von 1923 vorher. Dies und die exorbitanten Grundstückspreise sind der Grund, dass seit den 1990er Jahren eine Verlegung der Hauptstadt weg von Tokio diskutiert und geplant wird – Hauptstadtverlegungen gab es aus religiösen und politischen Gründen in der japanischen Geschichte schon oft. Die drei Hauptstadt-Kandidaten sind Nasu, 300 Kilometer nördlich von Tokio, Higashino unweit der Olympiastadt Nagano in Zentraljapan, und eine neu zu errichtende Stadt in der Provinz Mie, unweit von Nagoya, 450 Kilometer westlich von Tokio. Tatsächlich besteht bereits ein Parlamentsbeschluss zur Verlagerung der Hauptstadt, aber bisher sind noch keine Aktivitäten erfolgt.

Bevölkerungsentwicklung

Schon seit dem 19. Jahrhundert hat Tokio mehr als eine Million Einwohner. Es war bereits damals zeitweilig größte Stadt der Welt und neben London eine der damals zwei Millionenstädte der Erde.

Seit den späten 1940er Jahren ist die Metropolregion Tokio erneut rasch gewachsen, sowohl nach Fläche wie auch nach Einwohnerzahl. In ihr lebt ungefähr ein Viertel der Gesamtbevölkerung Japans. Ihre äußere Grenze liegt zwischen 40 und 70 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Demgegenüber hat sich seit 1965 die Bevölkerung der 23 inneren Bezirke verringert.

Die 23 Hauptstadtbezirke haben zusammen 8,3 Millionen Einwohner. Der Großraum Tokio bildet gemeinsam mit den angrenzenden Präfekturen Kanagawa, Saitama und Chiba das größte zusammenhängende urbane Gebiet der Erde (Megaplex) mit 36,5 Millionen Einwohnern. (Stand: 1. Januar 2005).

Tokio hat drei weitere Millionenstädte als Vororte: (Yokohama, Saitama und Kawasaki). Im östlichen Vorort Chiba leben etwa 900.000 Menschen. Yokohama im Süden Tokios hat mit 3,5 Millionen Einwohnern etwa ebenso viele Einwohner wie Berlin oder Madrid.

Politik

Tokio (Tokyo) ist die einzige to in Japan. Die japanische Regierung benutzt den Begriff Tokyo-to im Sinne von Metropole Tokio. Die Verwaltung mit Sitz in Shinjuku wird offiziell in direkter Übersetzung Tokio-Metropolregierung genannt. Außerhalb Japans wird jedoch Tokyo-to in der Regel als Tokio-Präfektur übersetzt. Nach der Abschaffung der Provinzeinteilung bestand Tokyo-fu, eine urbane Präfektur wie Osaka und Kyoto, aus einer Anzahl von Städten, die zusammengewachsen waren. Die größte davon war Tokio-Stadt und in 15 Stadtbezirke unterteilt.

1943 wurde Tokio-Stadt aufgelöst und Tokyo-fu zu Tokyo-to umbenannt. Tokios Stadtbezirke wurden zu den autonomen Stadtbezirken, die jede eine eigene Versammlung (kugikai) sowie Bürgermeister (kucho) hatten und direkt der Präfektur unterstanden. Zu dem Zeitpunkt existierten 35 solcher Stadtbezirke, die auch die Vorstädte und Kleinstädte um Tokio umfassten.

Der Grund für diese Neuordnung lag darin, die Verwaltung der Umgebung der Hauptstadt Tokio zu festigen, indem man die Verwaltung der Stadt Tokio auflöste. 1947 wurde Tokio aufgrund der Bevölkerungsrückgänge, die durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges verursacht wurden, in die bis heute bestehenden 23 autonomen Stadtbezirke aufgeteilt. Das Wachstum des Megaplexes Tokios nach dem Krieg führte jedoch dazu, dass es in andere Präfekturen hineinwuchs.

Es gibt einige Unterschiede in der Terminologie zwischen Tokio und den anderen Präfekturen. Das liegt vor allem daran, dass Tokio zum einen die Hauptstadt Japans, zum anderen ein riesiger Megaplex ist. Zum Beispiel werden die Polizei- und Feuerwehrstationen als cho statt honbu bezeichnet. Der Hauptunterschied Tokios zu den anderen Präfekturen besteht darin, dass jeder Teil Tokios wiederum eine eigene Stadt ist. Heute haben diese Stadtbezirke annähernd den gleichen Grad an Unabhängigkeit wie andere japanische Städte, was in der Vergangenheit nicht der Fall war.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Tokio besitzt viele Theater, in denen sowohl traditionelle Formen des Theaters – wie zum Beispiel No und Kabuki – als auch moderne Stücke aufgeführt werden. Mehrere Sinfonieorchester und viele kleinere Orchester haben westliche und traditionelle japanische Musik in ihrem Repertoire.

Theaterfreunde können sich entscheiden zwischen dem Opernhaus, dem Tokyo Globe Theatre, dem Kabuki-za-Theater, verschiedenen No-Bühnen und dem Takarazuka Grand Theatre, in dem Revuen und Musicals aufgeführt werden.

Das No-Theater ist ein traditionelles japanisches Theater, das nur von Männern gespielt (getanzt) und musikalisch begleitet wird. Meist trägt der Hauptdarsteller eine Maske. Die traditionellen Themen betreffen meist japanische oder chinesische Mythologie oder Literatur. Einige No-Theaterstücke befassen sich mit Gegenwartsthemen.

Kabuki (Gesang-Tanz) ist das traditionelle japanische Theater der Händlerschicht der Edo-Zeit. Kabuki ist eine im Wesentlichen säkulare Kunstform und etwas weniger formell als das ältere, vom Buddhismus geprägte No-Theater der Samurai. Grundsätzlich besteht ein Kabuki aus Gesang, Pantomime und Tanz.

Museen

Im Ueno-Park befinden sich das Nationalmuseum Tokyo, das Nationale Naturkundemuseum, das Nationalmuseum für westliche Kunst und das Tokyo Metropolitan Art Museum. In der Nähe des Kaiserpalastes steht das Nationalmuseum für moderne Kunst.

Das größte Museum Japans ist das Nationalmuseum. Dort sind permanent etwa 2.500 Exponate über die japanische Geschichte und Kultur ausgestellt, darunter nationale Schätze und bedeutende Kulturgüter des Landes. Manchmal werden zusätzlich noch Sonderausstellungen zu bestimmten Themen präsentiert, so dass ein ganzer Tag nicht ausreichend ist, um das gesamte Angebot des Museums zu besichtigen.

Das Edo-Tokyo Museum befindet sich in der Nähe der großen Sumo-Ringer-Halle südlich von Asakusa und östlich des Hauptbahnhofs. Dort ist das alte Tokio in Miniatur nachgebaut worden, einzelne Häuser auch in Originalgröße. Das Fukagawa-Edo Museum liegt nur wenige Hundert Meter südlich des Edo-Tokyo Museums entlang der Oedo-U-Bahn-Linie. Es beherbergt ebenfalls viele alte Häuser aus der Edo-Zeit.

Bauwerke

Tokio ist heutzutage eine der schnelllebigsten und modernsten Großstädte der Welt und kreiert einerseits in vielen Bereichen wie beispielsweise Mode und Unterhaltungselektronik ständig neue Trends, ist aber andererseits auch eng mit der japanischen Tradition verbunden.

Das Zentrum des Stadtgebiets bildet die alte Stadt Edo, die vom Kaiserpalast inmitten eines großen Parks dominiert wird. Bemerkenswert ist der Meiji-Schrein, ein Anziehungspunkt für Touristen und Gläubige aus allen Teilen Japans. Im südlich und westlich gelegenen Bezirk Kasumigaseki schließen zahlreiche imposante Regierungsgebäude an, wie unter anderem die Staatskanzlei des Premierministers, das Gebäude des nationalen Unterhauses (Sitz des Parlaments), der Oberste Gerichtshof und die staatlichen Ministerien.

Weiter südlich, im Shiba-Park im Stadtbezirk Minato, befindet sich der 333 Meter hohe Tokio Tower (Tokyo tawa), eines der Wahrzeichen der Stadt.

Senso-ji in Asakusa Bezirk Taito ist der älteste und bekannteste Tempel in Tokio.

Östlich des kaiserlichen Palastes liegt der Bezirk Marunouchi, das bedeutendste Geschäftsviertel des Landes. Viele der großen Konzerne Japans und eine große Anzahl an Einrichtungen des Finanzwesens haben hier ihre Hauptgeschäftsstelle. Im Jahre 1914 erlangte dieser Bezirk nach der Eröffnung des Hauptbahnhofs große Bedeutung. Im Osten von Marunouchi liegt das größte Einkaufsviertel Tokios. Es erstreckt sich vom nördlich gelegenen Bezirk Nihonbashi bis nach Ginza im Süden. Viele Kaufhäuser, internationale Mode-Marken, traditionelle Spezialitätengeschäfte, Vergnügungslokale und Restaurants haben sich entlang der Straßen dieser Bezirke angesiedelt.

Das zweite Stadtzentrum und ein weiterer Hochhausdistrikt ist der Bezirk Shinjuku um den Bahnhof Shinjuku herum, wo ebenfalls bedeutende Firmenzentralen und die Präfekturregierung angesiedelt sind.

Ausländische Firmen haben ihre Zentralen meist im Stadtteil Roppongi.

Weitere bedeutende Stadtzentren und Sehenswürdigkeiten sind Akihabara (auch als Electric City (denki-machi) bekannt, ein großes Elektronik- und Computereinkaufsviertel und Treffpunkt der Otaku), der Tsukiji-Fischmarkt (größter Fischmarkt der Welt), der Tokio Dome, der Ueno-Park mit Ueno-Bahn, das Kaufhaus Mitsukoshi und die Rainbow Bridge.

Parks

Auch wenn in Tokio der Eindruck von dichter Stadtlandschaft mit wenig Grün überwiegt, gibt es im Stadtgebiet über hundert öffentlicher Parks, wobei allerdings schon ein Spielplatz mit ein paar Bäumen als Park gilt. Die größten innerstädtischen Parks Tokios sind der Ueno-Park (Taito-Bezirk), der Yoyogi-Park und der Shinjuku Gyoen, gefolgt vom Shinjuku-Chuo-Park, dem Hibiya-Park und den Grünanlagen rund um den Kaiserpalast (namentlich Ni-no-Maru-Park, Kita-no-Maru-Park, Chidori-ga-Fuchi-Park und Soto-Bori-Park).

Weitere empfehlenswerte Parks sind der Inogashira-Park (Stadt Mitaka, in der Präfektur Tokyo), der Koishikawa-Gorakuen, ein Landschaftsgarten auf dem Grundstück eines ehemaligen Daimyo-Anwesens direkt neben dem Tokyo Dome, und der Odaiba-Kaihin-Park, ein beliebter Pärchentreff mit Blick auf die Bucht von Tokio.

Die bekanntesten Vergnügungsparks in Tokio sind der Tokyo Sea Life Park, Hanayashiki, Toshimaen, Tokyo Disney Resort, der Tama-Zoo und der Ueno-Zoo.

Der Tama-Zoo (Tama dobutsu koen) ist der größte Zoo von Tokio. Er wurde am 5. Mai 1958 eröffnet und umfasst ein Gelände von 52,3 Hektar. Der Zoo ist in drei ökologische Areale eingeteilt, den asiatischen Garten, den afrikanischen Garten und den australischen Garten. Dazu besitzt er ein Insektarium. In den jeweiligen Gärten werden typische Tiere des jeweiligen Erdteils gezeigt. Er liegt vor dem Bahnhof Tama Dobutsu Koen der Keio-Dobutsuen-Linie und der Einschienenbahn Tama.

Der Ueno-Zoo ist der älteste Tierpark Japans. Er ist kleiner als der Tama-Zoo und befindet sich im Ueno-Park mitten in der Tokioter Innenstadt. Der Zoo ist durch eine in einem Einschnitt liegende Straße in zwei Teile geteilt, die mit einer Brücke und der Ueno-Zoo Monorail verbunden sind.

Einen Besuch wert sind der „Hama-Rikyu-Garten“, ursprünglich der Garten der kaiserlichen Villa und bekannt für seinen Meerwasserteich, der auch Ebbe und Flut hat sowie seine mit Glyzinien bewachsenen Brücken, sowie der „Kiyosumi-Garten“. Er bekam seine gegenwärtige Gestalt von Baron Iwasaki im Jahre 1878. Ein kleiner Teich mit circa 10.000 Karpfen ist umgeben von großen Felsen, die aus ganz Japan stammen. 1924 wurde er der Stadt Tokio geschenkt.

Sehenswert sind auch die weiter im Westen, hinter den Vororten, gelegenen Teile der schönen Gebirgslandschaft des Chichibu-Tama-Nationalparks.

Sport

Neben der Sportart Sumo, dessen Turniere in Tokio im Januar, Mai und September stattfinden, sind Baseball und Fußball in Japan sehr populär. Die Spielpläne werden in den Tageszeitungen veröffentlicht.

Die traditionellen Sportarten wie Aikido, Judo, Karate, Kyudo und Kendo sind überwiegend nur in den jeweiligen Schulen zu bestimmten Zeiten zu besichtigen. Wer in Tokio joggen möchte, findet am Wassergraben um den Kaiserpalast viele Gleichgesinnte.

Mehrere olympische Bauten, unter anderen das Olympiastadion, befinden sich im Yoyogi-Park in der Nähe des Meiji-Schreins. Die Sportstätten wurden anlässlich der Olympischen Spiele im Jahre 1964 nach Plänen des Architekten Kenzo Tange (1913-2005) erbaut.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich Anfang April öffnen sich in Tokio die Kirschblüten (sakura ). Sie symbolisieren Schönheit, Perfektion, aber auch Vergänglichkeit auf der Höhe des Ruhmes. Die Menschen in Japan verehren die blassrosa Pracht deshalb als Sinnbild für ein kurzes, aber erfülltes Leben. Die Kirschblüte ist auch die offizielle Pflanze von Tokio.

In den etwa zwei Wochen, in denen die Kirschen in der Stadt blühen, treffen sich Japaner zum Picknick (Hanami, wörtlich Blütenschau) in den Parks mit Freunden, Kollegen und Familie. Die Kirschblüte ist auch ein Anlass, zu für ihre Kirschblüte besonders berühmten Parks und Gegenden zu reisen oder bekannte Sehenswürdigkeiten neu zu erleben. Berühmt für ihre Kirschblüten sind der Ueno-Park und der Park des Kaiserpalasts.

Kulinarische Spezialitäten

In Tokio hat man die Auswahl unter mehr als 50.000 Restaurants. Kulinarisch betrachtet ist die Stadt aufregend und abenteuerlich, wenn man die heimischen Spezialitäten probiert. Diese bieten eine überraschend große Auswahl von preiswerten Nudelsuppen bis zum aristokratischen Kaiseki. Die Hauptrolle in der traditionellen japanischen Küche spielen Fisch, Reis, Sojabohnen und Gemüse. Am bekanntesten ist Sashimi (roher Fisch).

Für die Haute Cuisine in Japan steht Kaiseki. Dieses aufwändige Genusserlebnis besteht aus einer Vielzahl kleiner Leckerbissen und verkörpert die drei Ideale der einheimischen Küche: aufwändige Zubereitung, dekoratives Anrichten und erlesenes Ambiente. Es gilt als Krönung der japanischen Kochkunst und es werden nur absolut frische und möglichst naturbelassene Lebensmittel verwendet. Kaiseki, das sich aus einer Zwischenmahlzeit zur Teezeremonie entwickelte, wird heute in noblen Restaurants und Hotels serviert.

Die Japaner haben aber auch mit Rind, Geflügel und Schwein experimentiert und Köstlichkeiten wie Teppanyaki, Shabu-Shabu und Sukiyaki entwickelt. Besonders schmackhaft ist das marmorierte einheimische Rindfleisch, dessen teuerste Marke das Kobe Beef ist. Ein einfaches Mittag- oder Abendessen für jeden Tag bieten die Zahlreichen Nudelrestaurants, die Udon, Soba oder Ramen preiswert an. Viele der kleinen Nudellokale in Tokio sind selbst nachts geöffnet und es gibt sie in fast jeder Straße.

Genauso beliebt sind nationale Spezialitätenrestaurants, „ethnic food“ genannt. Unter diesem Begriff verstehen Japaner alles, was nicht japanische oder westliche Küche ist. Vorrangig finden sich hier chinesische, koreanische (Yakiniku), indische (Curry), thailändische und vietnamesische Restaurants. Auch gibt es in Tokio eine signifikante Anzahl deutscher Restaurants. Modewellen bringen alle paar Jahre neues ethnic food nach Japan, die letzten Trends waren Bali food und Okinawa-Küche. Tokio als Weltstadt versammelt auch eine große Anzahl nationaler und internationaler Fast Food-Restaurant- und Café-Ketten, darunter Mos Burger, Royal Host, Yoshinoya, Kentucky Fried Chicken und Starbucks.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Viele Fabriken, Universitäten, Krankenhäuser und andere Einrichtungen haben seit den 1930er Jahren ihren Standort in die Außenbezirke Tokios verlagert. Ab Mitte der 1950er Jahre beschleunigte sich dieser Prozess, als Japan einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Aufgrund des Bevölkerungswachstums entstanden Subzentren in den (damaligen) Randgebieten wie Ikebukuro, Shinjuku und Shibuya. Dort haben sich verschiedene Dienstleistungsbetriebe – unter anderem des Einzelhandels und des Finanzwesens – angesiedelt. Mittlerweile ist die Großstadt Tokio (japanisch shutoken ???, wörtlich Hauptstadt-Gebiet) in die umliegenden Präfekturen Ibaraki, Tochigi, Gunma, Saitama, Chiba, Kanagawa und Yamanashi hineingewachsen.

Am Ufer der Tokiobucht konzentrieren sich die modernen Großindustrien der Stadt. Dort liegt zwischen Tokio und Yokohama das größte Industriegebiet Japans. Der dominierende Wirtschaftszweig ist die Schwerindustrie, die mehr als zwei Drittel des Gesamtproduktionswertes erwirtschaftet. Die Leichtindustrie ist breit gefächert: Hergestellt werden chemische Produkte, Kameras, Maschinen, Metallwaren, Nahrungsmittel, optische Geräte und Textilien sowie eine große Vielfalt an Konsumgütern.

Die Wirtschaft der Stadt ist hoch effizient, ihre Stärken liegen besonders im Internationalen Handel und in der forschungsintensiven Hochtechnologie. Aufgrund des hohen Lohnniveaus haben Tokioter Firmen schon in den 1970er Jahren begonnen, ihre Produktion besonders nach Südostasien auszulagern. Die in diesen Ländern geschaffene Infrastruktur hat es aber in den letzten Jahren auch dortigen einheimischen Unternehmen erlaubt, zu ausgewachsenen Konkurrenten für die Tokioter Industrie heranzuwachsen.

In den 1980er Jahren stiegen in Tokio die Grundstückspreise stark an. Es kam zu einem Immobilien-Boom (Bubble economy), wobei die Grundstücke von Unternehmen als Sicherheiten für immer höhere Kredite benutzt wurden. Gleichzeitig stieg der Wert der Aktien und der Wert des Yen gegenüber dem US-Dollar, aber auch die Staatsverschuldung des Landes. Die Unternehmen hatten sehr viel Kapital zur Verfügung, das teilweise zur Aquirierung von Unternehmen außerhalb Japans, vor allem in den USA, verwendet wurde, aber auch zu großer Geldverschwendung führte.

Die Situation wurde riskant, als die Banken begannen, durch die überbewerteten Immobilien gegenfinanzierte Kredite auszugeben. Im Jahre 1990 platzte die Blase. Die Grundstückspreise sanken auf ein Viertel zurück, der Wert der Aktien kollabierte, und die Banken saßen auf ihren „faulen Krediten“. Seitdem befindet sich die Tokioter Wirtschaft in einer Phase der Wirtschaftsflaute und Deflation, auch die Asienkrise 1997/1998 verhinderte eine Erholung.

Das Regierungskabinett um Premierminister Junichiro Koizumi hat am Anfang dieses Jahrtausends Gesetze zur globalen Privatisierung erlassen (teilweise vergeblich) und mit der Erlassung von Gesetzen zur Kontrolle von ausländischen Investoren versucht, die noch schwächelnde Wirtschaft anzuregen. Obwohl bereits einige dieser Gesetze in Kraft sind, haben die Unternehmen noch nicht reagiert, und die alternde Bevölkerung soll nun die Wirtschaft ankurbeln.

Hinweise auf eine Besserung der Lage geben der China-Boom, der in den letzten Jahren eingesetzt hat, und Fortschritte in der Robotik-Forschung. Auch ist es den Banken seit Anfang der 1990er Jahre gelungen, eine Vielzahl der „faulen Kredite“ abzuschreiben, und durch Fusionen den Sektor zu stabilisieren. Tokio ist heute neben New York und London einer der drei globalen Finanzplätze.

Verkehr

Fernverkehr

Mit dem Beginn der Meiji-Zeit zwischen 1868 und 1912 wurde in Japan ein Eisenbahnnetz errichtet, in dessen Zentrum Tokio liegt. Die Stadt ist über Hauptlinien mit allen Teilen des Landes verbunden und ein gut ausgebautes Nebenliniennetz durchzieht das nahe Hinterland. Von den wichtigsten Bahnhöfen der Stadt – Ikebukuro, Shibuya, Shinagawa, Shinjuku, Tokyo (Hauptbahnhof) und Ueno, in der Nähe befindet sich auch die Ueno-Zoo Monorail – werden täglich mehrere Millionen Pendler befördert. Da die existierenden Hauptverbindungen bald überlastet waren, sind neue Expresslinien (Shinkansen) eröffnet worden. Heute verkehren zwischen Tokio und Fukuoka Hochgeschwindigkeitszüge, die in circa sieben Stunden eine Entfernung von rund 1.070 Kilometern zurücklegen.

Der Flughafen Haneda an der Tokiobucht südlich des Stadtzentrums diente lange Zeit sowohl dem internationalen als auch dem inländischen Flugverkehr, bis im Jahre 1978 der neue internationale Großflughafen Narita 55 Kilometer östlich des Stadtzentrums in der Präfektur Chiba eröffnet wurde. Auf diesem ist im April 2002 eine zweite Start- und Landebahn in Betrieb genommen worden, die dem Kurz- und Mittelstreckenbetrieb innerhalb Asiens dienen soll. Über den Flughafen Haneda werden heute vorwiegend Inlandsflüge abgewickelt. Auch für den Flughafen Haneda ist eine zweite Landebahn geplant, um der wachsenden Nachfrage nach Inlandflügen nachkommen zu können.

Der Flughafen Narita wird von fast allen internationalen und nationalen Fluggesellschaften angeflogen. Er kann über zwei Bahnlinien erreicht werden. Dies sind der JR Narita Express mit den Haltestellen in Tokio, Shinjuku, Ikebukuro und Yokohama und die private Keisei-Linie mit den Zügen Keisei Skyliner und Limited Express, die den Bahnhof Ueno mit dem Flughafen Narita verbinden. Der Flughafen Haneda ist durch die Tokyo Monorail an die Yamanote-Linie angebunden.

Der Hafen von Tokio bildet in der Bucht von Tokio zusammen mit dem Westen von Yokohama und dem Osten von Chiba eine Einheit. 25 Prozent aller Industriegüter werden hier weltweit verschifft. Der jährliche Güterumschlag beträgt damit über 360 Millionen Tonnen. Die meisten Industrien sind am Hafen angesiedelt, was die rasche Expansion der baulichen Maßnahmen erklärt.

Nahverkehr

Die Modernisierung des Straßennetzes der Stadt gestaltete sich besonders schwierig, da die Straßen der alten Stadt Edo sehr eng und gewunden und für den Autoverkehr völlig ungeeignet waren. Vor den Olympischen Spielen, die im Jahre 1964 in Tokio stattfanden, wurden jedoch strahlenförmig vom Stadtzentrum ausgehende Hauptverkehrsstraßen und Stadtautobahnen gebaut. Sie verbinden das Zentrum Tokios mit acht neuen Ringstraßen.

Seit den 1960er Jahren ist der private Autoverkehr allmählich zugunsten des öffentlichen Busverkehrs reduziert worden. Der Straßenverkehr wird auch heute noch durch die meist engen Straßen und die fehlenden Parkplätze eingeschränkt.

Seit der Eröffnung des ersten Streckenabschnitts der U-Bahn Tokio am 30. Dezember 1927 entstand ein Netz mit zwölf Linien und einer Gesamtlänge von 292,6 Kilometern, eines der größten der Welt. Für das Jahr 2007 ist die Inbetriebnahme einer weiteren Linie mit einer Länge von 8,9 Kilometern geplant.

Die U-Bahn von Tokio ist eine der am stärksten in Anspruch genommene U-Bahnen der Welt. Im Unterschied zu den meisten Metros anderer Städte werden auf den verschiedenen Linien der Tokioter U-Bahn Fahrzeuge mit verschiedenen Spurweiten, Stromabnehmersystemen und Spannungen eingesetzt, sodass diese Fahrzeuge jeweils nur auf ihren Linien verkehren können. Die U-Bahn wird von zwei Betrieben geleitet, der Tokyo Metro und der Toei (Verkehrsamt der Präfektur Tokio).

Die Stadt ist auch von einem dichten Netz von S-Bahnen der Japan Railways und privaten Vorortbahnen wie der Keio-Linie und der Odakyu-Linie durchzogen. Wichtigste S-Bahnen sind die Yamanote-Linie und die Chuo-Linie.

Der öffentliche Verkehr wird außerdem von städtischen und privaten Bussen sowie einer Straßenbahnlinie und diversen alternativen Schienensystemen wie der Yurikamome bewältigt. Über 80 Prozent der beförderten Personen werden in Tokio mit dem Bahnnetz befördert. Trotzdem gibt es in Tokio aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens noch große Probleme.

Weil der Platz knapp ist, liegen einige Fahrschulen auf Dächern. Die älteste, im Norden Tokios, seit 1966 auf einem („Ito-Yokado“) Supermarkt, führt dort 35 Autos, je mit Fahrlehrer, auf imitierten Kreuzungen und Zebrastreifen. Der Motorrad-Unterricht wurde wegen Absturzgefahr gestrichen. Die Idee haben längst auch andere japanische Städte aufgegriffen.

Bildung

Tokio ist Mittelpunkt des Bildungswesens in Japan. Die zahlreichen staatlichen und privaten Universitäten der Metropolregion machen ein Viertel aller Universitäten des Landes aus, an denen ungefähr ein Drittel aller Studenten Japans eingeschrieben sind.

Die Universität Tokio (Tokyo daigaku, bekannt unter der Abkürzung Todai) ist die älteste und renommierteste staatliche Universität Japans. Sie besitzt fünf Campusse – vier in den Tokioter Stadtbereichen Hongo, Komaba, Shirokane und Nakano, und einen in Kashiwa in der Präfektur Chiba – sowie zehn Fakultäten mit insgesamt circa 28.000 Studenten, von denen 2.100 Ausländer sind. Obwohl so gut wie jeder akademische Zweig an der Todai unterrichtet wird, ist sie vermutlich am meisten für ihre Jura- und Literatur-Fakultäten bekannt. Viele wichtige japanische Politiker sind Absolventen der Todai. Der Hauptcampus liegt auf dem ehemaligen Grundstück von Kaga Yashiki, einem Feudalherren der Edo-Zeit. Eine prominente Begrenzung des dortigen Universitätsgeländes, das Akamon (Rotes Tor), ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit.

Die Keio-Universität (Keio gijuku daigaku) ist Japans älteste und eine der prestigeträchtigsten Einrichtungen für höhere Bildung. Sie wurde 1858 vom berühmten Erzieher und Autor Fukuzawa Yukichi als Privatschule für westliche Studien gegründet und richtete 1890 ihre erste Fakultät ein. Obwohl Keio die erste fortschrittliche Schule in Japan war, verblasste ihre Bedeutung rasch neben der staatlich unterstützten Universität Tokio. Ein Grund dafür mag das getrübte Verhältnis von Fukuzawa Yukichi zu den Samurai gewesen sein, die die damalige Meiji-Regierung stützten. Keio wetteifert in der Rangordnung noch immer mit der Waseda-Universität um Platz zwei. Ein berühmter ehemaliger Student der Keio ist Japans derzeitiger Premierminister Junichiro Koizumi. Der Hauptcampus liegt im Tokioter Stadtteil Mita. Zusätzlich gibt es noch die Campusse Hiyoshi, Shonan-Fujisawa und New York Keio.

Die Waseda-Universität (Waseda daigaku) liegt im Norden des Stadtbezirks Shinjuku. Die Schule wurde von dem gelehrten Samurai Shigenobu Okuma im Jahre 1882 gegründet und 1902 zu einer vollwertigen Universität erklärt. Große Teile des Campus wurden während der Bombardierung Tokios im Zweiten Weltkrieg zerstört, doch die Universität wurde wieder aufgebaut und 1949 wiedereröffnet. Wasedas Literaturzweig ist besonders berühmt und zählt Haruki Murakami und Machi Tawara zu seinen Absolventen. Einige berühmte Politiker, zum Beispiel der ehemalige Premierminister Yoshiro Mori und die ehemalige Außenministerin Makiko Tanaka, sind ebenfalls ehemalige Waseda-Studenten. Die Universität war auch an der Entwicklung von WL-16, einem laufenden Roboter, beteiligt.

Weitere Universitäten sind die Hosei-Universität, die Rikkyo (St Paul’s)-Universität, die Sophia Universität, die National University of Fine Arts and Music, die Musashino Art University und die Landwirtschaftsuniversität Tokyo (Tokyo nogyo daigaku). Nahe dem Kaiserpalast befinden sich die staatliche Bibliothek des Unterhauses und das Staatsarchiv.

Persönlichkeiten

In Tokio sind zahlreiche bekannte Persönlichkeiten geboren. Dazu gehören unter anderem die US-amerikanische Sängerin Nikka Costa, die US-amerikanische Filmschauspielerin Joan Fontaine, die englische Filmschauspielerin Olivia de Havilland, der japanische Karate-Großmeister Taiji Kase, der Maler Takashi Murakami, der US-amerikanische Japanologe Edwin O. Reischauer, die japanische Prinzessin Takamatsu, die norwegische Schauspielerin und Regisseurin Liv Ullmann und der Journalist des deutschen Fernsehens und Moderator Ulrich Wickert.

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Das obige Bild basiert auf dem Bild "Shinjuku-neon Tokyo" aus der freien Mediendatenbank Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Michael Reeve.

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Geschichte Japans

4. Januar 2007 - Tags: &

Japan (jap. Nihon/Nippon) ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands, Koreas und Chinas.

Der Landesname setzt sich aus den Zeichen „Tag“ oder „Sonne“ und „Ursprung“ oder „Wurzel“ zusammen. Japan ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“. Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der Schriftzeichen (chin. rìbenguó) ab.

Mit Japan befasst sich ein eigener Bereich der Kulturwissenschaft und Landeskunde, die Japanologie.


Sumo

Sumo






Geographie

Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaido im Norden, die zentrale und größte Insel Honshu, sowie Shikoku und Kyushu im Süden. Dazu kommen ca. 4000 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryukyu-Inseln konzentrieren.

Über dem gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73 % der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshu mit 3776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Hauptballungsgebieten Kanto (mit Tokyo und Yokohama) und Kansai (Osaka, Kyoto und Kobe) finden sich größere Ebenen. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terrassenfeldbau kultiviert.

Regionale Einteilung

Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaido, Tohoku, Kanto, Chubu, Kinki, Chugoku, Shikoku und Kyushu. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage vor allem kulturell und wirtschaftlich eine Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert (siehe Politik).

Klima

Aufgrund der Nord-Süd-Ausdehnung des Landes ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Inselkette erstreckt sich von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaido, mit kalten und schneereichen Wintern, bis in die Subtropen in Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap. baiu zensen). Außerdem ist im Sommer und im Herbst Taifun-Saison mit durchschnittlich über zwanzig Wirbelstürmen jährlich.

Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:

Hokkaido: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
Japanisches Meer/Ostmeer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
Zentrales Hochland (Chuo-kochi): starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chugoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
Nansei-shoto (Ryukyu-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune.

Naturerscheinungen

Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und Norden, die Philippinische Platte im Süden und die Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen, die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kobe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt.

Im Frühsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von Taifun Tokage im Oktober 2004).

In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben ausgelöste Flutwellen). Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifik über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten riesiger Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter tief und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.

Flora und Fauna

Der Japanische Archipel erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaido) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Im Inland finden sich eine Reihe Gebirgsketten, die die Baumgrenze überschreiten, außerdem gehört zu Japan eine größere Zone im Ostpazifik. Verglichen mit der Enge des Lebensraums, findet sich in Japan eine Vielzahl von Arten. Durch die Position als vorgelagerte Inselgruppe hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte, aber eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Besonders erwähnt seien hier die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tokyo, die wegen ihrer endemischen Spezies oft mit den Galapagos-Inseln verglichen werden.

Japan liegt am Schnittpunkt von drei Ökoregionen. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Ökozone. Die Ryukyu-Inseln sind Teil der Indomalaischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden.

Der Shiba-ken, eine beliebte HunderasseSäugetiere: An Großsäugetieren gibt es unter anderem den Braunbär auf Hokkaido, auf Honshu den asiatischen Schwarzbären, Sikahirsche und den japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich auch der Japanmakak, der auf der Shimokita-Halbinsel in der Präfektur Aomori heimisch ist und damit die nördlichste Affenpopulation der Welt bildet.

Die starke Verstädterung an den Küsten und in den japanischen Ebenen hat dazu geführt, dass einige Säugetierarten ausgestorben sind, so der japanische Wolf (Canis lupus hodophylax), der japanische Seelöwe (Zalophus californianus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als typisch japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen.

Vögel: In Japan sind über 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, sind eine Vielzahl davon Wasservögel. Von Nord nach Süd ist Japan eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. In Sibirien brütende Vögel finden hier ihr Winterquartier, während die in Japan brütenden Vögel im Winter in Richtung Südostasien ziehen. Auf diese Art findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den Städten finden sich Krähen (besonders die Aaskrähe), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der Nipponibis ist ausgestorben. Allerdings wurden einige Exemplare des Nipponibis vom chinesischen Festland eingeführt.

Fische: Die japanischen Küstengewässer sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, die an ihren Berührungslinien gute Wachstumsbedingungen für Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der Kontinentalplatten, durch deren Verschiebungen sich eine zerklüftete Küstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum für eine Vielzahl von Fischarten, und die Küste von Sanrikuoki (???, in der Präfektur Iwate) bis hoch zu den Kurilen ist einer der drei reichsten Fischgründe in der Welt. Auch in den Flüssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, auch begünstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der Flussmündungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die Wasserverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten geführt hat. In den Siebzigern gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Die Vielfalt der japanischen Fischwelt lässt sich auch als Tourist erleben, denn Tauchen ist in Japan ein beliebter Freizeitsport und in vielen Städten gibt es große Aquarien.

Flora: Japan ist zu rund 75 % von schwer zugänglichen Bergwäldern bedeckt. Eine Vielzahl der einheimischen Arten ist auf diese Umgebung spezialisiert.

Kulturpflanzen: Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingeführte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis). Historisches Arme-Leute-Essen ist allerdings die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Das Stroh wird für die Herstellung von Tatami verwendet. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von Gemüsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitrusfrüchte wie die Natsumikan, darüber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten eingeführt. Zur traditionellen Küche gehören außerdem Seetang (u. a. Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische Häuser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind auch die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatami-Matten (Flatterbinse und Dochtbinse).

Geschichte

Jomon-Periode
In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein.

Yayoi-Periode
Erste bestätigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr.

Kofun-Periode
Große Schlüsselgräberanlagen stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan. Ab dem 5. Jahrhundert fand die Übernahme der Chinesischen Schrift statt.

Nara-Epoche (710 – 784)
In der Nara-Periode wurde der Buddhismus stark gefördert. Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an.

Heian-Epoche (794 – 1185)
Aufschwung der höfischen Kultur in Heian-kyo (Kyoto), vor allem Dichtkunst und Literatur. Die Macht des Kaisers wurde allmählich geschwächt und Kriegerfamilien etablierten sich. Zum Ende der Heian-Periode begründete die Minamoto-Familie das erste Shogunat.

Kamakura-Epoche (1192 – 1333)
Während der Kamakura-Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche in Japan, die jedoch durch später als göttlich interpretierte Taifune (Kamikaze, Götterwind) verhindert wurden.

Muromachi-Epoche (1338 – 1573)
Die mächtigen unabhängigen Daimyo unterhielten ihre eigenen Armeen. Das Shogunat verlor die Kontrolle, und die „Zeit der streitenden Reiche“ (sengoku jidai) begann.

Sengoku-Epoche (1477 – 1603)
Die drei Reichseiniger (Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu) beendeten in der Azuchi-Momoyama-Epoche (1568 bis 1603) den über 100-jährigen Bürgerkrieg.

Edo-Ära (1603 – 1867)
In der Edo-Periode schottete sich Japan vom Rest der Welt ab. Die Tokugawa-Familie behielt für über 250 Jahre die Kontrolle über die anderen Daimyo. 1854 segelte US-Admiral Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen von Tokyo, um einen Brief des US-Präsidenten Millard Fillmore zu übergeben, in dem dieser die Tokugawa-Regierung zum offenen Handel mit den USA auffordert. Die Leichtigkeit, mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte, offenbarte die Schwäche des Tokugawa-Regimes. Dies führte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mündete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers, der allerdings wenig reale politische Macht erhielt.

Meiji-Ära (1868 – 1912)
Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tenno ab 1868 (Meiji-Restauration und Moderne) beendete die Zeit des Kriegeradels und läutete die Moderne ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament, so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Korea wird 1910 von Japan besetzt, wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden.

Taisho-Ära (1912 – 1926)
Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) stand Japan auf Seiten der Entente. Die Taisho-Ära war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Es war auch eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System. Letztendlich scheiterte die Demokratie durch Instabilität (ähnlich wie in Deutschland während der Weimarer Republik). Das Militär übernahm die effektive Kontrolle und läutete die Showa-Ära ein.

Showa-Ära Teil 1 (1926 – 1945)
1931 besetzte Japan den Nordosten Chinas und gründete 1932 den abhängigen Staat Mandschuko (Mandschurei). 1937 attackierte Japan China und begann damit den Zweiten Weltkrieg in Asien. Japan vertreibt die europäischen Kolonialmächte aus den südostasiatischen Ländern, um sein eigenes Kolonialreich aufzubauen. Im Dezember 1941 griffen japanische Truppen den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Pazifik an und forderten so die USA heraus. Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus. Nicht nur in China, sondern auch in den anderen japanisch besetzten Gebieten Südostasiens geschahen Kriegsverbrechen, z.B. Zwangsprostitution, das Massaker von Nanking und Menschenversuche durch die Einheit 731. 1945 näherten sich die alliierten Truppen den japanischen Inseln, doch besonders auf den kleineren Inseln tobten noch heftige Kämpfe. Der Kaiser, sowie der Premierminister und seine Anhänger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen, doch der Militaristische Clan hatte mehr Macht, vor allem über die Armee, was zu einer Weiterführung des Krieges führte. Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner eine Atombombe über der Stadt Hiroshima und am 9. August eine weitere über Nagasaki ab. Unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe kapitulierte Japan am 15. August 1945 bedingungslos, der Kaiser verlas um 12.00 Uhr mittags die Kapitulation, welche über Radio übertragen wurde. Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit (Hibakusha).

Showa-Ära Teil 2 (1945 – 1989)
Nach der Kapitulation beginnt der Wiederaufbau, zunächst unter der Alliierten Besetzung, dann in Eigenregie. Vom ehemaligen Kriegsgegner USA wird Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche Bündnissystem integriert. Eine rasante wirtschaftliche Entwicklung setzt ein, in der Japanische Firmen Schritt für Schritt Marktanteile in allen wichtigen Schlüsselindustrien erobern. Japan erweist sich als stabile, friedliche Demokratie.

Heisei-Ära (1989 – heute)
Faule Bankenkredite und überbewertete Immobilien lassen Anfang der 1990er-Jahre die Bubble Economy platzen, und Japan rutscht in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutet. Unternehmen und Banken werden behutsam saniert, und allmählich kommt es wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der allerdings noch nicht als Boom bezeichnet werden kann.

Gesellschaft

Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von rund 127 Mio. Menschen aus.

Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Geschlecht, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land.

Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenziffer, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit.

Minderheiten

Die zahlenmäßig größte Minderheit Japans sind die etwa 650.000 koreanischstämmigen Japaner, die seit Generationen in Japan leben, aber größtenteils nicht die japanische Staatsangehörigkeit besitzen. Die Annahme der japanischen Staatsbürgerschaft würde unter anderem auch das Annehmen eines japanischen Familiennamens voraussetzen, was einen Verlust der koreanischen Identität und Assimilation bedeuten würde und daher von einigen Koreanern abgelehnt wird.
Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur noch einige zehntausend Mitglieder.
Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten, daher sind sie noch heute sozial ausgegrenzt.
Eine weitere Minderheit sind japanischstämmige Südamerikaner, meist Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind.
Ebenfalls in Japan leben zahlreiche Gastarbeiter aus der arabischen Liga, Indien und Südostasien.

Sprache und Schrift

Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung gesprochen, auch von den meisten Minderheiten. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird als Fremdsprache am häufigsten Englisch gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass sich der japanische Englischunterricht zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriert und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittelt. Die zweithäufigste Fremdsprache ist Chinesisch, Deutsch liegt auf dem dritten Platz.

Die japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (Kanji) auch zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana), die von chinesischen Schriftzeichen abgeleitet sind. Straßen, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.

Minderheitensprachen autochthoner Völker in Japan sind das nicht mit dem Japanischen verwandte Ainu im Nordteil der Insel Hokkaido und die mit dem Japanischen verwandten, aber eine eigenständige Gruppe bildenden Ryūkyū-Sprachen auf den gleichnamigen Inseln.

Religion

In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shinto, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jh. erreichte. Der japanischen Buddhismus ist in viele verschiedene Sekten (Schulen, Richtungen) gegliedert, die aber fast alle dem Mahayana-Buddhismus angehören. Zu den bekanntesten buddhistischen Richtungen in Japan zählen der Zen-Buddhismus, der Amida-Buddhismus und der Nichiren-Buddhismus. In der Religion Japans gibt es darüber hinaus chinesische Einflüsse durch Taoismus und Konfuzianismus, die von Shinto und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden. Heute gehören die meisten Japaner (über 80%) beiden Hauptreligionen an, daher kann man die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnen. Das Christentum spielte in der Geschichte Japans vor allem im 16. und 17. Jh. eine gewisse Rolle, nimmt aber heute eine Randstellung ein. Ein wichtiges Element stellen dagegen die sog. Neuen Religionen dar, die sich seit Mitte des 19. Jhs. immer stärker ausbreiten und oft eine eigenwillige Mischung aus Shinto, Buddhismus und anderen Weltreligionen propagieren. Seit dem Zweiten Weltkrieg herrscht gegenüber diesen Richtungen eine besonders große religiöse Toleranz, sodass gegenwärtig rund 300 solcher Glaubensgemeinschaften der sog. Neuen Religionen amtlich gelistet sind.

Politik

Tennō

„Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes“ ist Akihito, der 125. Tennō (dt.: Kaiser, wörtlich „vom Himmel (gesandter) Herrscher“). Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt und die souveräne Macht liegt allein beim Volk. Sein Vater Hirohito, der Shōwa-Tennō, hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Göttlichkeit der japanischen Kaiser zurückgewiesen. Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine direkte politische Entscheidungsgewalt; im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur. Er ernennt den von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und den Präsidenten des obersten Gerichtshofes, er verkündet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintō.

Akihitos Regierungsdevise (Zeitrechnung) lautet heisei (Frieden überall). Die Regierungsdevise wird auch als Jahresangabe in offiziellen japanischen Texten verwendet, beginnend mit dem Jahr der Thronbesteigung. Heisei 1 ist das Jahr 1989.

Verfassung

Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur ausgearbeitet, ist aber seitdem nicht geändert worden.

In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveränes Recht abgelehnt, auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt ein Militär zu unterhalten. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und insbesondere deren Auslandseinsätze im Irak und Afghanistan sind daher sehr umstritten. Laut eines Artikels der „Japan Times“ vom 29. Oktober 2005 arbeitet derzeit die LDP an einem Entwurf der Verfassung, in dem Artikel 9 in Teilen geändert werden soll. Absatz 1 bleibt unverändert bestehen, Absatz 2 soll jedoch gestrichen werden. Es wird ausdrücklich betont, dass das Militär weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit.

Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthält noch einigeweitere, bisher nicht aufgeführte individuelle Rechte u. a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten.

Der Tenno hat nach der Verfassung rein repräsentative Funktion. Oberster Souverän nach der Verfassung ist das Volk, vertreten durch das Parlament. Das Parlament wählt den Premierminister, dieser beruft sein Kabinett.

Politische Gliederung

Japan ist ein zentralistischer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die 47 Präfekturen zur Durchführung weitergibt. Innerhalb dieser Aufgaben sind die Präfekturen zwar relativ autonom, allerdings immer weisungsgebunden gegenüber der Zentralregierung und auch auf die Finanzierung durch den Zentralstaat angewiesen.

Die 47 Präfekturen gliedern sich in Großstädte sowie Kleinstädte und Dörfer, die kommunale Ebene. Einzige Ausnahme ist die Präfektur Tokio, die in die 23 zentralen Stadtbezirke zum einen sowie umliegende Kleinstädte und Dörfer zum anderen aufgeteilt ist. Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshu, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaido nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.

Gesetzgebung

Das Parlament ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in Oberhaus und Unterhaus (auch Abgeordnetenhaus oder Repräsentantenhaus).

Im Unterhaus sitzen seit den Reformen in den Jahren 1993 bis 1996 nur noch 480 Parlamentarier, im Oberhaus gibt es 242 Sitze. Von den 480 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 300 in Ein-Mandat-Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 180 in 11 regionalen Distrikten nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Passives Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, für das passive Wahlrecht im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Wahlberechtigt sind alle japanischen Männer und Frauen mit vollendetem 20. Lebensjahr.

Parteien

Die Liberaldemokratische Partei (LDP, jap. jiyuminshuto)
Die Demokratische Partei (jap. minshu-to)
Die Partei für eine saubere Regierung (jap. komeito, engl. CGP, Clean Government Party)
Die Kommunistische Partei Japans (jap. kyosanto)
Die Sozialdemokratische Partei Japans (jap. shakaiminshuto)
Die Neue Komeito (NK)

Außenpolitik

Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die USA, Scheckbuchdiplomatie, ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militärische Aggression, und Gebietsstreitigkeiten mit den Nachbarn Sowjetunion / Russland, VR China und Südkorea.

Die nördlich von Japan liegenden Südkurilen gehören seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1990 dem Nachfolgestaat Russland), werden aber von Japan beansprucht. Dieser Konflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen. Die kleine Inselgruppe Takeshima (koreanisch: Dokdo) wird von Südkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie während der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im Frühling 2005 hat die Einführung eines Takeshima-Tages in einer japanischen Präfektur erneut Zorn in der koreanischen Bevölkerung hervorgerufen. Besitzansprüche hat Japan neben der Volksrepublik China und Taiwan auch auf die Senkaku-Inseln (chin.: Diaoyu). In der Nähe der Inseln werden Rohstoffe vermutet.

Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten - insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea - sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder symbolische Krisen auf.

Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Im Januar 2004 stimmte das Parlament jedoch zum ersten Mal seit 1945 der Entsendung japanischer Soldaten in ein fremdes Land zu, nämlich in den Irak. Während Ministerpräsident Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den USA sieht, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch. Allerdings waren diese Soldaten verfassungsgemäß unbewaffnet und wurden nur für den Wiederaufbau der Infrastruktur eingesetzt. Im Juni 2006 erklärte Koizumi den Einsatz für abgeschlossen, daraufhin begannen die Truppen am 25. Juni ihren Abzug aus dem Irak.

Militär

Im Artikel 9 der Japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveräner Staaten zur Kriegsführung. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Nach dem Wortlaut des Artikels ist es jedoch nicht verboten, Truppen zur Selbstverteidigung zu unterhalten. Während der alliierten Besatzung wurde eine Polizeireserve gebildet, mit der Souveränität 1953 wurde aus diesen ein Jahr später die Selbstverteidigungsstreitkräfte gegründet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Um der Verfassung zu entsprechen, wird in der Bezeichnung grundsätzlich auf das Schriftzeichen gun (?, „Armee“) verzichtet. 1960 wurde eine militärische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner USA geschlossen.

In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Der Militärhaushalt betrug im Jahr 2004 45,4 Mrd. US-D. Dies entspricht 1 % des BIP, Japan nimmt von den Militärausgaben her Rang 6 in der Welt ein.

Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung werden verschiedene Änderungen diskutiert, unter anderem auch eine Revision des Artikel 9, die jedoch auf Grund der hohen Hürden (Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments und Volksabstimmung) nie zustande kamen.

Den ersten internationalen Einsatz führen die Selbstverteidigungsstreitkräfte seit 2004 als Alliierte der USA im Irak durch, was in Japan eine intensive Diskussion um die Verfassungsmäßigkeit solcher Einsätze hervorgerufen hat. Der Aufbau der de-facto-Armee und der internationale Einsatz wird im linken Lager als Bruch der Verfassung gesehen, während das rechte Lager den Artikel 9 als von der amerikanischen Besatzungsregierung aufgezwungen ansieht und diesen kippen möchte.

Von Seiten der Volksrepublik China wird häufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begründet, dass China im Antijapanischen Krieg großes Leid (geschätzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. An dieser Stelle erwähnt werden sollte allerdings, das Japan seit dem Zweiten Weltkrieg keine militärische Aggression gezeigt hat und im Gegenteil ein aktiver Fürsprecher der atomaren Abrüstung war, China hingegen mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (Einmarsch in Tibet 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979). Tatsächlich sehen militärische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Küste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte.

Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen über japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung überrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Aus diesem Grund arbeitet Japan eng mit der USA an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds.

Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokioter U-Bahn durch die Omu-Shinrikyo-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement im Irak bestehen Befürchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.

Japans Ministerpräsident Koizumi bekräftigte am 6. August 2006, dass sein Land die Anti-Atom-Politik fortsetzen werde. Mit Gebeten, Kranzniederlegungen und Aufrufen zu einer nuklearwaffenfreien Welt haben in Hiroshima Menschen der Opfer des ersten Atombombenabwurfs vor 61 Jahren gedacht.

Wirtschaft

Japan ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde.

Der Export im Jahr 2003 betrug 363 Milliarden Euro. Damit liegt Japan auf Platz 3 der exportstärksten Länder hinter Deutschland auf Platz 1 und den USA auf Platz 2.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine traditionell ausgeprägte Arbeitsdisziplin, die Beherrschung von Hightech, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und eine Steigerung der Produktivität durch Automatisierung, haben Japan geholfen binnen kurzer Zeit hinter den USA und der EU die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Spektakulär: über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan nur Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960ern, durchschnittlich 5 % in den 1970ern, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980ern. Erst in den 1990ern wurde das Wirtschaftswachstum durch die Spätfolgen von Fehlinvestitionen während der späten 1980er stark gebremst. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums hatten keinen Erfolg und wurden später während der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Märkte gehemmt.

Das Regierungskabinett um Junichiro Koizumi hat Gesetze zur globalen Privatisierung erlassen (teilweise vergeblich) und mit der Erlassung von Gesetzen zur Kontrolle von ausländischen Investoren versucht, die noch schwächelnde japanische Wirtschaft anzuregen. Obwohl bereits einige dieser Gesetze erlassen wurden hat die Wirtschaft noch nicht reagiert.

Ein derzeit großes Problem Japans ist die Arbeitslosigkeit. Experten der japanischen Wirtschaft geben sie mit vier Millionen an, während die Dunkelziffer bei rund 10 Millionen Arbeitslosen liegen soll. Grund der latenten Arbeitslosigkeit sind der Unkündbarkeitsstatus vieler nicht mehr benötigter Angestellter sowie der für eine freie Marktwirtschaft sehr starke Eingriff des Staates in die Wirtschaft, der unter anderem ABM-Stellen beinhaltet.

Die zehn größten Städte

Tokyo (Tokio) (8.340.000 Einwohner) – Yokohama (3.375.500) – Osaka (2.639.700) – Nagoya (2.213.700) – Sapporo (1.874.900) – Kobe (1.523.900) – Kyoto (1.469.500) – Fukuoka (1.400.100) – Kawasaki (1.315.900) – Hiroshima (1.155.600)

Infrastruktur

Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 (Stand 2004) der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt mit 46.142 km auf Platz 9; Stand 2004; Quelle: CIA World Factbook).

Die Ost-West-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. Zu den Olympischen Spielen Tokyo wurde 1964 die erste Strecke von Tokyo nach Osaka eröffnet. Damit ist Japan das Mutterland des modernen Hochgeschwindigkeitszugs. Durch Linien der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn NJR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren ist nahezu jedes Dorf und jede kleine Insel in Japan an das Netz angeschlossen. In den Städten gibt es exzellente Nahverkehrsverbindungen, U-Bahnen wie in Tokyo, Osaka, Kyoto und vielen anderen, Straßenbahnen wie in Hiroshima oder Matsuyama und natürlich Busse. Auch ungewöhnliche Lösungen finden sich in Japan, wie die Einschienenbahn Kitakyushu. Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind aber wegen fehlender staatlicher Subventionierung im allgemeinen hoch.

Ein Auto besitzt in Japan in erster Linie die Landbevölkerung und die Mittelklasse. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, ist zur Zulassung eines Kraftfahrzeugs ein Parkplatznachweis nötig. Es sind rund 45 Millionen Autos im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Es gibt im Straßenbild auch kaum LKWs, denn nur schmale Kleinlaster kommen in den engen Gässchen überall durch, um kleine Läden oder die an jeder Ecke vorhandenen Getränkeautomaten zu beliefern. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7000 Kilometer, weitere 2000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. Auf den Autobahnen herrschen Tempolimits von 80 und 100 km/h. In Japan herrscht Linksverkehr.

Das gut ausgebaute Straßen- und Bahnnetz ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass im bergigen Inland und zwischen den Inseln viele Tunnel und Brücken nötig sind, und dass die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet ist. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan immer noch ganz überwiegend oberirdisch geführt, bei neueren Städtebauprojekten unterirdisch. Aufgrund des Brandrisikos bei Erdbeben erfordern die in allen Stadtgebieten unterirdisch verlegten Gasleitungen besondere Aufmerksamkeit und werden oft gewartet. Gasherde und Gasboiler zur Warmwasserversorgung sind in Japan die Norm. Zur japanischen Infrastruktur gehört ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.

Auch mit Häfen und Flughäfen ist Japan gut ausgestattet, da Japan sehr viel Küste hat, viele Orte selbst auf der Hauptinsel Honshu mit Bahn und Auto schlecht zu erreichen sind und sämtlicher internationaler Verkehr und Güteraustausch auf Grund seiner Insellage per Schiff oder Flugzeug abgewickelt wird. Die größten Flughäfen sind Tokyo Haneda, Tokyo Narita, Kansai International Airport und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Central Japan International Airport. Da ebenes Land in Japan immer knapp ist, wurden die letzten zwei der drei auf künstlichen Inseln im Meer errichtet. Bei Kitakyushu und bei Kobe sind weitere Flughafeninseln im Bau.

Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, mittlerweile sind schnelle Internetzugänge Standard und nahezu die gesamte Bevölkerung vom Schulkind bis zum Greis besitzt ein Handy. Japaner begeistern sich schnell für neue technische Spielereien, und man kann davon ausgehen, dass auch in Zukunft viele neue Erfindungen auf diesem Gebiet zuerst auf dem japanischen Markt zu finden sein werden.

Kultur

In der modernen Japanischen Kultur gehen viele Elemente auf die ganz eigene Tradition des Landes zurück, wodurch Japan im Kreis der Industrienationen seinen individuellen Charakter bewahrt hat.

In der Archäologie sind die ersten Zeugnisse der kulturellen Frühgeschichte Keramiken der Jomon- und Yayoi-Periode. Ab dem 4. Jahrhundert kamen dann viele Elemente der chinesischen Kultur nach Japan, zuerst Landwirtschaftstechniken wie der Reisanbau und Handwerkstechniken wie Bronzeschmiedekunst und der Bau von Hügelgräbern, dann ab dem 7. Jh. auch die Schriftkultur und die Fünf Klassiker, der Konfuzianismus und der Buddhismus.

In der Heian-Zeit kam es zu einer ersten Blüte, als der Hofadel aus dem chinesischen Erbe eine eigenständige Japanische Dichtkunst und Literatur entwickelt.

In den darauf folgenden Epochen wurde das Land immer wieder von Bürgerkriegen verwüstet, wodurch der Schwertadel, die Bushi, (später als Samurai bezeichnet), zur wichtigsten Schicht aufstieg. Neben der Kriegskunst und der Schwertschmiedekunst bildete sich auch eine neue Form des Buddhismus, der Zen heraus, der den Kriegern zusprach.

Erst in der Edo-Zeit im 17. Jh., unter den Tokugawa kam das Land wieder zur Ruhe. Die Samurai wurden zu einer Beamtenschicht, die ihre Kriegertugenden in den Kampfkünsten (?? bujutsu) bewahrte. Der Einfluss des Zen spiegelte sich nun auch in Dichtkunst, Gartenkunst und Musik wieder. Durch Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung kam in dieser Zeit auch die vierte Schicht, die Händler, zu Reichtum. Da ihnen der soziale Aufstieg verwehrt war, suchten die Händler in der Kunst einen Weg, die Samurai zu übertrumpfen. Sie förderten Teehäuser, in denen die Geishas die Teezeremonie, Blumensteckkunst, Musik und Tanz praktizierten. Sie förderten auch das Kabuki-Theater. In den Städten bildeten sich besondere Vergnügungsbezirke, besonders in Edo, wo die Daimyo das halbe Jahr unter der direkten Kontrolle des Shogun verbringen mussten.

Eine dritte Blütezeit der Kultur erlebt Japan jetzt in der Nachkriegszeit, in der Japan eine lebhafte Popkultur hervorgebracht hat, die westliche Einflüsse und japanische Tradition verbindet. Anime und Manga, Japanische Filme und Popmusik sind auch in Übersee beliebt.

Wissenschaft und Bildung

Bildung hat in Japan, beeinflusst durch den Konfuzianismus, einen sehr hohen Stellenwert. Abgängern der angesehenen Universitäten stehen in Japan alle Türen offen. Es ist jedoch schwer, einen solchen Studienplatz zu ergattern, die Härte der japanischen Universitätseingangsprüfungen ist berüchtigt.

Schule

Die schulische Bildung beginnt bereits im Kindergarten, der aber nicht Teil der Schulpflicht ist. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und in der Grundschule viel Gruppenarbeit statt.
Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (sechs Jahre), Mittelschule (drei Jahre) und Oberschule (drei Jahre).
Die Schulpflicht beträgt neun Jahre. Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April. Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich: Zwei Wochen an Neujahr, zwei Wochen im März/April, sechs Wochen im Juli/August.
Öffentliche Schulen haben eine Fünftagewoche, private Schulen oft eine Sechstagewoche.
Während der Schulpflicht gibt es kein „Sitzenbleiben“, jeder Schüler wird automatisch versetzt.
Schuluniformen sind an vielen Schulen Pflicht. Jede dieser Schulen hat ihre eigene charakteristische Uniform.

Forschung

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 beeindruckend gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.

Nobelpreisträger

Physik: Hideki Yukawa (1949) - Shinichiro Tomonaga (1965) - Esaki Reona (1973) Masatoshi Koshiba (2002)
Chemie: Fukui Kenichi (1981) - Shirakawa Hideki (2000) - Noyori Ryoji (2001) - Tanaka Koichi (2002)
Medizin: Tonegawa Susumu (1987)
Literatur: Kawabata Yasunari (1968) - Oe Kenzaburo (1994)
Frieden: Sato Eisaku (1974)

Sport

Sport ist in Japan bereits in der Asuka-Zeit (7. Jh.) nachgewiesen, als eine Gesandtschaft aus Korea am Hof der Kaiserin Kogyoku durch einen Sumokampf unterhalten wurde. Die Bushi, der erstarkende Kriegerstand zum Ende der Heian-Zeit (11. Jh.), betrieben ebenfalls Sport als Vorbereitung auf den Kampf, in erster Linie Schwertkampf, Reiten, Bogenschießen und Schwimmen. In der Edo-Zeit, einer friedlichen Periode, verfeinerten die zu Verwaltungsbeamten gewordenen Samurai diese Techniken zur Kampfkunst (bujutsu), und durch den Einfluss des Zen-Buddhismus auch eine spirituelle Komponente erhielten.

Im Rahmen der Meiji-Restauration (zweite Hälfte des 19. Jh.) kam auch der westliche Sport nach Japan, darunter athletische Sportarten und Mannschaftssportarten wie Baseball, heute der beliebteste Sport (siehe Baseball in Japan) und Fußball (siehe Fußball in Japan). Anfang des 20. Jahrhunderts wurden aus den klassischen Bujutsu-Künsten die heutigen Kampfkünste und Kampfsportarten entwickelt, darunter Judo, Aikido und Kendo. Das Karate entwickelte sich auf Okinawa.

Heutzutage wird eine breite Vielfalt von Sportarten in Japan betrieben, in erster Linie in Clubs an Schulen und Universitäten. Die Insellage hat Surfen und Tauchen sehr beliebt gemacht. Als Sport der Salarymen gilt Golf, eine Mitgliedschaft in einem Golfclub können sich allerdings nur die wirklich gut Verdienenden leisten. Überall in Japan finden sich daher hoch umzäunte Anlagen, auf denen der Abschlag geübt werden kann. Hokkaido und die Präfektur Nagano sind Zentren des Wintersports.

Reiseinformationen

Visum

Deutschland, Österreich und die Schweiz haben mit Japan ein Abkommen zur Visabefreiung geschlossen. Bei der Einreise erhalten Staatsbürger dieser Länder eine Aufenthaltserlaubnis für 90 Tage, eine Verlängerung des Aufenthaltes auf insgesamt 180 Tage lässt sich bei einem der regionalen Einwanderungsbüros beantragen.

Zu folgenden Zwecken ist eine visafreie Einreise möglich: Besichtigung; Erholung; Besuche bei Verwandten, bzw. Freunden; Teilnahme an Konferenzen; Geschäftszwecke (wie z.B. Markterhebungen, Geschäftskontakte, Verhandlungen, Vertragsunterzeichnungen, Serviceleistungen an nach Japan exportierten Maschinen); Teilnahme an Amateurwettbewerben sportlicher oder anderer Natur, oder ähnliche Aktivitäten während eines kurzzeitigen Aufenthaltes in Japan.

Für längere Aufenthalte gibt es die Möglichkeit, ein Working Holiday Visum zu beantragen.

Impfungen

Impfungen sind nicht erforderlich, wenn man direkt von Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Japan fliegt.

Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts empfiehlt als sinnvollen Impfschutz: Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über drei Monate auch Hepatitis B. Auf kleineren Inseln im Süden Japans soll noch Japanenzephalitis vorkommen. Bei Reisen hierhin ist die entsprechende Impfung zu erwägen.

Geld

Bargeldloses Zahlen ist in Japan nicht so weit verbreitet wie in Europa. Es ist daher ratsam, jederzeit eine angemessene Menge an Bargeld mit sich zu führen. Der einfachste Weg für europäische Touristen, sich in Japan mit Geld zu versorgen, ist die ec-Karte an einem der zahlreichen Geldautomaten der Japanischen Post zu benutzen. Die Bedienung der Automaten ist in englischer Sprache möglich, viele dieser Automaten sind allerdings nur zu den üblichen Öffnungszeiten der Postfilialen zugänglich. Pro Tag lassen sich 50.000 Yen abheben.

Die oft empfohlenen Reiseschecks sind dagegen eher problematisch, da sie nur von wenigen Banken eingetauscht werden. Kreditkarten sind in Japan nicht so weit verbreitet wie in den USA oder in Europa. Es ist möglich, dass Kreditkarten zwar akzeptiert werden, dann aber lediglich in Japan ausgestellte Karten gelesen werden können. In solch einem Falle wäre die in Deutschland ausgestellte Karte nutzlos; die Situation hat sich aber in den letzten Jahren stetig verbessert. An Geldautomaten der Postämter lassen sich in der Regel mit jeder Art von Kreditkarte Bargeld abheben.

Nur wenige Bankfilialen (nach Foreign Exchange Bank fragen) wechseln ohne weiteres ausländisches Bargeld in die Landeswährung.

Sicherheit für Touristen

Japan gilt generell als ein sicheres Land, also auch für Touristen. Die bei Reisen üblichen Sicherheitsvorkehrungen sollten trotzdem getroffen werden.

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Japan aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Das obige Bild basiert auf dem Bild "Japan Sumo Match" aus der freien Mediendatenbank Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Philbert Ono.

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3. Januar 2007 - Tags: , , , , , , , &



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