Qingdao | Tsingtao | Tsingtau
Qingdao (Tsingtao âGrĂŒne Inselâ), ist eine Hafenstadt in der Provinz Shandong im Osten der Volksrepublik Chinas.
Qingdao erreichte seine gegenwĂ€rtige GröĂe durch Eingemeindung der Landkreise Jimo, Jiaozhou und Jiaonan im Jahre 1977 sowie durch Laixi und Pingdu im Jahr 1984. Vor Qingdao werden die Segelwettbewerbe der Olympische Sommerspiele 2008 in Peking ausgetragen werden.

Panorama der Stadt Qingdao vom Xiaoyu Shan
Geschichte
Bestrebungen, im ostasiatischen Raum einen StĂŒtzpunkt zu besitzen, lassen sich in PreuĂen bis in das Jahr 1859 zurĂŒckverfolgen, als dort erstmals ein Geschwader der preuĂischen Marine operierte. Handels- und Marinekreise waren seit der Ăffnung Chinas in den Opiumkriegen daran interessiert, dem deutschen Chinahandel den notwendigen militĂ€rischen RĂŒckhalt zu verschaffen, ohne den deutsche Kaufleute nur schwer hĂ€tten FuĂ fassen können. Auch andere Staaten, darunter GroĂbritannien, Russland, Japan und Frankreich schufen sich zwischen 1842 und 1899 HandelsstĂŒtzpunkte in China.
1896 beschloss die deutsche Regierung, den Erwerb eines StĂŒtzpunkts aktiv zu betreiben. Ein Ăbergriff auf deutsche Missionare, bei dem zwei von ihnen getötet wurden, bot den Anlass, ein Kreuzergeschwader der Kaiserlichen Marine unter Konteradmiral Diedrichs zu entsenden und China ein Ultimatum zur Ăberlassung eines Pachtgebiets zu stellen. Angesichts der militĂ€rischen Ăbermacht gab China nach. Der Pachtvertrag wurde am 6. MĂ€rz 1898 unterzeichnet.
Von 1897 bis 1914 stand Qingdao unter deutscher Herrschaft. Aus dieser Zeit sind viele Bauten erhalten, so z.B. eine Brauerei, ein Bahnhof, eine katholische und eine protestantische Kirche sowie das GĂ€stehaus des Gouverneurs. Das deutsche âSchutzgebietâ Qingdao war einer der SchauplĂ€tze des Boxeraufstandes von 1900, in dem versucht wurde, die Kolonialherren aus China zu vertreiben. 1913 bestand die Stadtbevölkerung aus 53.312 Chinesen, 2.069 EuropĂ€ern und Amerikanern, 2.400 Soldaten der Garnison, 205 Japanern und 25 anderen Asiaten.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs, am 7. November 1914, wurde Qingdao von Japan besetzt. Daraufhin strömten japanische Kaufleute und Gewerbetreibende in die Stadt. Es entstand ein Japanerviertel, in dem 1920 bereits 17.597 Japaner lebten, die wie die Deutschen den Ehrgeiz hatten, eine Musterkolonie aufzubauen.
Die deutschen Verteidiger wurden nach Japan in Kriegsgefangenschaft verbracht. Sie lebten dort in mehreren Lagern und wurden teilweise erst 1920 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Die bekanntesten Lager hieĂen Matsujiama und Bando.
Entsprechend den Bestimmungen des Versailler Vertrages blieb die Kolonie zunĂ€chst in japanischer Hand. Die RĂŒckgabe an China erfolgte erst am 10. Dezember des Jahres 1922. In der Folgezeit fĂŒhrten die bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen ZustĂ€nde der Kriegsherren-Epoche zu wirtschaftlicher Stagnation.
Aus Qingdao ist inzwischen eine typisch chinesische Millionenstadt geworden. Dem Bauboom mussten viele alte Kolonialbauten weichen. Bis in die 1990er-Jahre wurden viele von ihnen abgerissen, denn fĂŒr manche galten sie als Schandmal der Kolonialgeschichte.
Wirtschaft
Wirtschaftlich entwickelte sich Qingdao nach der Ăffnung Chinas im Jahr 1978 sehr schnell. Als Tiefseehafen ist Qingdao bedeutend fĂŒr die ölverarbeitende Industrie und den GĂŒterverkehr der gesamten Halbinsel Shandong. Die Stadt besitzt den drittgröĂten Hafen der Welt. Qingdao ist fĂŒr die Produktion von Fischprodukten (FischstĂ€bchen etc.), Textilien (Jean Pierre, Hong Ling etc.), Haushaltselektronik (Haier, Hisense, Aocma etc.) und Reifen (Good Year, Shuangxin etc.) bekannt. Auch die ehemals deutsche Brauerei ist nun ein weltweit agierendes Unternehmen und hat inzwischen Brauereien in ganz China, Teilen Asiens und Nordamerikas aufgebaut. Ihr Bier wird unter dem Namen Tsingtao Bier (Pinyin:Qingdao pĂjiu) weltweit vertrieben.
Tourismus
Qingdao ist einer der wenigen bedeutenden Badeorte in China. In der NÀhe der Stadt befindet sich der Laoshan, ein beliebter Ausflugsort. Von der deutschen Kolonialzeit sind noch die evangelische Kirche, die Gouverneursvilla, der Pier Zhan Qiao und einige andere deutschen Kolonialbauten erhalten. Allerdings wurde das einzigartige Panorama der Stadt durch Hochhausbauten zerstört.
PartnerstÀdte
Paderborn (Deutschland)
Wilhelmshaven (Deutschland)
Shimonoseki (Japan, 1979)
Long Beach (USA, 1985)
Acapulco (Mexiko, 1985)
Odessa (Ukraine, 1993)
Daegu (Korea, 1993)
Velsen (Niederlande, 1998)
Southampton (UK, 1998)
Puerto Montt (Chile, 1999)
Montevideo (Uruguay, 2002)
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